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Herwarth Walden

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Sigrid Bauschinger: Else Lasker-Schüler. Biografie

Vorgeblättert 30.03.2004 […] dem Arzt Berthold Lasker nahm sie in Berlin Zeichenunterricht und erlebte in fortschrittlichen literarischen und weltanschaulichen Kreisen ihre intellektuelle Befreiung. Mit ihrem zweiten Mann Herwarth Walden, dem Gründer des "Sturm", kämpfte sie an der Spitze der Avantgarde für die Moderne im Berlin der Kaiserzeit. Dabei stellte sie ihr untrügliches künstlerisches Urteil in Gedichten und Prosaportraits […]

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Vorgeblättert 29.03.2004 […] Eheschließung auf finanzielle Unter­stützung durch ihren ersten Mann.       Der Altersunterschied zwischen Else Lasker-Schüler und Herwarth Walden ist im Grunde weniger frappant als die vielen gegensätzlichen Charakterzüge der Ehepartner. In ihrem Buch Herwarth Walden. Ein Lebensbild zeichnet Waldens zweite Frau Nell ein Bild, das Punkt für Punkt eine Liste von Gegensätzen zwischen den Ehepartnern […] Die Zeit der Ehe mit Herwarth Walden 1903-1912                                                                   Ich bin Krieger mit dem Herzen,                                                                   er mit dem Kopf. "Habe noch immer keine Amore, finde nichts."(1) So schreibt Else Lasker-Schüler an die Schwester Anna im März 1900, ein halbes Jahr nach der Geburt ihres Sohnes zu einer […] einer Zeit, als die Trennung von ihrem Mann schon sicher war und als sie Herwarth Walden kennenlernte. Sein Klavierspiel bei den Veranstaltungen der Neuen Gemeinschaft, seine Vertonungen von Gedichten und sein Enthusiasmus für die neue Literatur hatten ihre Aufmerksamkeit auf den 21jährigen gelenkt. Vielleicht hatte er bereits im Sommer desselben Jahres Texte­ von ihr vertont, denn am 12. Januar 1901 […]

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Vorgeblättert 29.03.2004 […] Herwarth Walden schloß dem Verein auch einen Verlag an, und hier erschien Else Lasker-Schülers zweites Buch, Der siebente Tag, mit der Widmung "Meiner teuren Mutter."(19) Die Sammlung unterscheidet sich deutlich von dem ersten Gedichtband Styx. Wohl enthält er unter den 30 bis auf vier bisher unveröffentlichten Gedichte wieder eine Reihe von Liebesgedichten, aber der vitalistische Sinnenrausch ist […] Man entdeckt Peter Baum in dem schönen Jüngling Antinous, seinen Bruder Hugo in Grimmer von Geyerbogen, deren Schwester Julia hinter der Najade, "der unbändigste der Musikanten", Goldwarth, ist Herwarth Walden. Die "Jerusalemiter" unter Anführung von Ali Brem scheinen eine Gruppe von Zionisten darzustellen, denn "sie waren wieder in ihrer Heimat gewesen und brachten Petrus und mir Geschenke [?]". Sie […] an einen außergewöhnlichen Menschen dienen, war aber nur für Eingeweihte zu verstehen. Samuel Lublinski, dessen Vorbehalte gegen die Moderne immer mehr wuchsen, wie er 1906 in einem Brief an Herwarth Walden bekennt, drückt im gleichen Schreiben seine Reserviertheit gegenüber diesem Werk aus. Auf die Zeitgenossen, meint er, wirkten solche Bücher, in welchen die Autoren "modernes, intensives Seelenleben […]

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Vorgeblättert 29.03.2004 […] Förster-Nietzsches 60. Geburtstag stammen bezeichnenderweise von Herwarth Waldens Hand. Die finanzielle Lage der Waldens war weiterhin äußerst prekär. Ein Versuch, 1906 Sommerferien in Ahlbeck an der Ostsee zu verbringen, scheiterte nach kurzer Zeit an dem primitiven Quartier, einer "Erdhöhle", in die die Familie floh, weil Herwarth Walden bei dem Gebrüll der "Säugetiere des Hauses" nicht an seiner Oper […] bereichern. Andere Maler wie Paul Gauguin reisten in die neuerschlossene Welt, um dort jahrelang zu arbeiten. Ihre Bilder wiederum wurden bald darauf in Deutschland ausgestellt, zum ersten Mal von Herwarth Walden im ersten deutschen Herbstsalon 1912 in Berlin. Dank der großzügigen Unterstützung eines Onkels von August Macke, des Industriellen Bernhard Koehler, waren dort 366 Werke von 75 Künstlern aus zwölf […] aus Assyrien, Palmyra und Babylonien sie bestimmt kannte, hat seine orientalischen Miniaturen erst mehrere Jahre nach dem Erscheinen der Nächte Tino von Bagdads geschrieben.(45) Er gehörte zu Herwarth Waldens engstem Kreis und veröffentlichte in den von Walden redigierten Zeitschriften. 1911/12 erschienen im Sturm die Erzählungen "Der brennende Harem" und "Die Schlachtpomade. Assyrische Feldherrn- […]