Stichwort

Wissenschaften

2 Presseschau-Absätze
Magazinrundschau 11.12.2020 […] Die Wissenschaft hat sich im Kampf gegen die Pandemie als unsere schärfste Waffe erwiesen. Dass ausgerechnet jetzt die Feindseligkeit gegen sie zugenommen hat, wundert John Gray allerdings nicht: "Unsere Schwierigkeiten mit der Wissenschaft rühren in gewisser Weise aus der ideologischen Vorstellung, sie könne immer größere Gewissheiten produzieren. Propagandisten wie Steven Pinker und Richard Dawkins […] wissenschaftliche Erkenntnisse oft nur auf Vermutungen basieren und fehlbar bleiben, selbst wenn wir uns auf immer zahlreichere stützen können. Wie alle menschlichen Institutionen birgt auch die Wissenschaft die Schwächen unserer Spezies und dazu gehören auch dysfunktionale Hierarchien und verwickelte Rivalitäten. Sie kann sich auch nicht davon freimachen, die Werte der jeweiligen Zeit widerszuspiegeln […] Biologie des 19. Jahrhundert bildete europäische Macht ab, als sie von eingebauten Ungleichheiten in eingebildeten Entitäten, Rassen genannt, ausging. Doch im Gegensatz zu anderen Institutionen enthält Wissenschaft die Methodik, mit der Zeit die eigenen Fehler zu korrigieren." […]
9punkt 22.12.2017 […] Faustkeile im 21. Jahrhundert, schwarz und stumm. Ohne die seltenen Erden keine schöne smarte, grüne Welt als einzige, die uns noch bleibt." "Mischt euch ein!" ruft Marc Tribelhorn in der NZZ den Wissenschaften in postfaktischen Zeiten zu - trotz und gerade wegen der oft wenig fundierten Kritik von antiintellektueller Seite: "Irritierenderweise spielt die jeweilige Argumentation der Experten in den Debatten […] die Fachdisziplin als solches definiert, sondern was einzelnen Kreisen politisch genehm ist. Die Ideologisierung und die Polarisierung haben mittlerweile groteske Ausmaße angenommen. Provokative Wissenschafter werden systematisch angefeindet und an den Pranger gestellt." Ebenfalls in der NZZ warnt der Physiker und Philosoph Eduard Kaeser nicht nur vor der postmodernen Ideologie des "Anything goes" […]