Aus dem Arabischen von Larissa Bender und Magda Barakat. Abdalrachman Munifs Roman "Das Spiel von Licht und Schatten" schließt die deutsche Übersetzung seines Salzstädte-Zyklus ab. Munif beschreibt den Wandel einer Beduinengesellschaft angesichts des plötzlichen Ölreichtums. Das Buch ist eine Abrechnung mit der dekadenten und korrupten Gesellschaft eines arabischen Sultanats. Eventuelle Ähnlichkeiten mit historischen Begebenheiten sind durchaus beabsichtigt. "Das Spiel von Licht und Schatten" erzählt retrospektiv die Entstehung eines übermächtigen Königsreichs auf der Arabischen Halbinsel. Mit Hilfe der Briten und eines verbündeten Stammes reißt Sultan Churaibit die Herrschaft im fiktiven Staat Moran an sich. Im Namen des Islam führt er unerbittlich Krieg und schaltet Gegner aus, die ihm vorhalten, das Land an Ungläubige verkauft zu haben. Nicht einmal im eigenen Palast schreckt der Potentat vor Gewalt zurück, wenn es darum geht, die Machtkämpfe in seinem Harem zu beenden. Eine zwielichtige Rolle beim Aufbau des neuen Staates spielt der englische Berater Hamilton, der - vom Orient fasziniert - zum Islam konvertiert und sich in Moran niederlässt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.10.2009
Als ausgesprochen verdienstvoll würdigt Angela Schader die vom Diedrichs Verlag publizierte deutsche Ausgabe von Abdalrachman Munifs Romanzyklus "Die Salzstädte", die mit dem vorliegenden dritten Band abgeschlossen ist. In den 1980er Jahren geschaffen entfaltet der saudische Autor darin eine "subversive" Geschichte seines Landes von Anfang des 20. Jahrhunderts bis 1964, indem er die Expansion eines fiktiven Wüstenstaates Moran schildert, erklärt die Rezensentin. Etwas enttäuscht wirkt sie, weil nach den beiden ersten Bänden, die sehr bildhaft und mit "heiligem Zorn" die zerstörerische Entwicklung vom idyllischen Wüstenstaat zum Ölgiganten nachzeichnen, in diesem Band weit weniger anschaulich eine Zeit ins Bild gerückt wird, die Munif nicht selbst erlebt hat. "Das Spiel von Licht und Schatten" spielt in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, und im Mittelpunkt stehen der Sultan Churaibit und sein Sohn, in denen Schader klar den saudischen Staatsgründer Abd al-Aziz ibn Saud und seinen Sohn Faisal ibn Abd al-Aziz erkennt. Sie stehen in engen Verhandlungen mit dem Briten Hamilton, der seinerseits in seiner Loyalität zwischen Großbritannien und dem Beduinenreich zerrissen ist, lässt die Rezensentin wissen. Hilfreich wären hier erklärende Worte der Herausgeber gewesen, die den historischen Kontext beleuchten, findet Schader. Trotzdem ist sie sehr angetan, dass dieser "Eckstein der arabischen Romanliteratur" nun in Gänze für hiesige Leser zur Verfügung steht.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…