"Von Flügeln" will das lyrische Ich in diesem Band sprechen, wie es in dem Gedicht "Zur Eröffnung" heißt - dem eigenen Körper enthoben gewinnt es so den Überblick für seine Beobachtungen. Abdahlrahman Alqalaqs Gedichte und seine Erzählung haben dabei mitunter einen bitteren Ton, sie handeln von Krieg, Flucht und Leben im Exil, wollen aber auch die zärtlichen Momente nicht vergessen. Sie spüren der alten Heimat nach, der Distanz, die sich zwischen dem Ich und ihr aufgetürmt hat, setzen sich mit der neuen auseinander, gedenken Freunden." Aber so ist es, das Exilsyndrom: / Ich kann nicht aufstehen und nicht untergehen". Das Leben im Exil erscheint als Leben in einem Zwischenbereich, dem die Sprache in nachhallenden Bildern nachgeht.
Durch den wiederentflammten Gaza-Konflikt bekommt das Buch des deutsch-palästinensischen Autoren Abdalrahman Alqalaq eine noch aktuellere Bedeutung, schreibt Rezensentin Insa Wilke, die von Alqalaqs Gedichten und Prosa völlig in den Bann geschlagen ist. So schreibt Alqalaq über seinen Vater, der nach mehreren Aufenthalten in Flüchtlingslagern starb, und versucht auf diese Weise von einem kollektiven Wir in der Diaspora ein individuelles Ich zu gelangen: "Nur, was meine Augen sehen, möchte ich glauben / doch immer quält mich die Frage / wie man die Dinge eigentlich sehen muss / und wie sie sich dem Betrachtenden entziehen." Die Gedichte sind komplex aufgebaut, die Verse "luftig", das Vokabular überschaubar, schreibt der Kritiker. Ein zentrales Motiv seien "Schatten", die für die gemeinsamen Erfahrungen der Generationen stehen, aber auch der Versuch sich von diesen zu befreien. Das Buch ist ein "Zeichen der Präsenz eines Menschen", schließt Wilke.
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