Mit 100 Abbildung, teils farbig. Fotografinnen wie Alice Hausdorff, Ellen Auerbach, Liselotte Grschebina, Lou Landauer Marli Shamir oder Ricarda Schwerin und andere waren Teil der avantgardistischen Strömungen der Weimarer Republik und gestalteten diese maßgeblich mit. Unter der Bedrohung des Nazi-Regimes verließen sie Deutschland und emigrierten nach Palästina / Israel, wo es ihnen unter äußerst entbehrungsreichen Umständen gelang, ihre fotografische Tätigkeit fortzusetzen. Die Fotografien illustrieren vergessene und unbekannte weibliche Perspektiven auf die Weimarer Republik, Erfahrungen von Flucht und Exil in der Zeit des Nationalsozialismus sowie den Nation-Building-Prozess in Palästina und im frühen Staat Israel.Sie zeigen aber auch einen Kunst- und Kulturtransfer der Avantgarde-Fotografie, die die Fotografinnen mit nach Palästina / Israel brachten und dort in die neuen Gegebenheiten übersetzten. Aus Gründen von Gender und Exil ist das bedeutende künstlerische Leben und Werk dieser Fotografinnen weitestgehend in Vergessenheit geraten. Anna Sophia Messner hat die teilweise verschollenen Nachlässe materialästhetisch und historisch aufgedeckt und dabei neue Forschungsfragen und -impulse aufgeworfen, insbesondere mit Blick auf die Relevanz bisher marginalisierter Stimmen.
Zehn deutsch-jüdische Fotografinnen nimmt Anna Sophia Messners als Dissertation angelegter Band in den Blick, verrät Rezensent Wilfried Weinke, ihr Anliegen ist es, die besondere Geschichten von Frauen wie Ellen Auerbach und Alice Hausdorff deutlich zu machen. Zu oft sind die Frauen nach der Emigration nach Palästina vergessen oder von großen, männlichen Namen überschattet worden, liest Weinke, bisher hat es in der Erforschung nur einzelne Arbeiten gegeben. Messner nimmt nun das große Ganze in den Blick, sowohl die Karrieren der Frauen in Deutschland, die Emigration, die Weiterarbeit in Palästina und der Aufbau des Staates Israel, den sie mit ihren Fotografien unterstützt haben. Das gelingt ihr gut, findet der Kritiker, auch wenn ihn das Gefühl beschleicht, dass manche Schlussfolgerungen etwa zur "Neuen Frau" schon vorher feststanden und Nazi-Vokabular zum Teil unhinterfragt auftaucht. Schade ist nur, dass der Verlag nicht weniger Wert auf die Material- und Papierauswahl gelegt hat, schließt der Rezensent.
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