Aus dem Arabischen von Larissa Bender. Dieser Roman erzählt, was noch kein anderer vor ihm getan hat: vom Leben palästinensischer Flüchtlinge in einem Haus im jüdischen Viertel von Damaskus. Im Schamaya-Palast, einst eines der luxuriösesten Gebäude des jüdischen Viertels in der Altstadt von Damaskus, wird Ahmad mit seiner Familie untergebracht, palästinensische Flüchtlinge, die sich von da an mit knapp fünfzig weiteren Familien den Palast als Flüchtlingsunterkunft teilen. Aus dem prachtvollen Anwesen wird ein Labyrinth aus mit Mauern abgetrennter Wohnungen, aus Gerüchen und Geräuschen. In George, einem christlichen Palästinenser, findet Ahmad einen guten Freund, gemeinsam tauchen sie in das Leben in Damaskus ein und gehen den menschlichen Beziehungen in der Altstadt von Damaskus mit all ihrer religiösen und ethnischen Vielfalt nach, aber auch denen des unmittelbaren Umfelds im Palast selbst - bis Ahmad eines Tages verschwindet und die große Politik das Leben der beiden einholt.Der Roman erzählt vom Elend der palästinensischen Flüchtlinge, von der Lage der syrischen Juden nach der Gründung Israels, vom alltäglichen Leben der Leute in Damaskus und von Liebesgeschichten zwischen Flüchtlingen und jüdischen Frauen. Ali Al-Kurdi gibt mit seinem Roman einen detaillierten Einblick in das Leben in Damaskus der 50er und 60er Jahre.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 07.09.2022
In den höchsten Tönen schwärmt Rezensent Ingo Arend von diesem Roman des syrischen Autors Ali Al-Kurdi, der nun in vorzüglicher Übersetzung von Larissa Bender auf Deutsch vorliegt. Al-Kurdi erzählt uns in seinem Debütroman von der Nakba, genauer von der Flucht vieler palästinensischer Flüchtlinge in den titelgebenden Schamaya-Palast in Damaskus. Im Mittelpunkt stehen Ahmad, muslimischer Palästinenser und George, Sohn eines orthodoxen Priesters, die sich anfreunden, resümiert der Kritiker, der hier eine der schönsten Freundschaftsszenen der jüngeren Literaturgeschichte liest. Und auch wenn er Al-Kurdis "Sympathie" für die palästinensische Sache durchaus im Roman erkennt, ist das Buch für Arend in erster Linie ein meisterhafter, nuancierter Episodenroman - und eine "Ode an die versunkene Multikultur" seiner Heimat.
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