Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Ein Stachelschwein verlässt seine Herde, um als Doppelgänger des Zimmermanns Kibandi in der Welt der Menschen zu leben. Nur führt dieser Kibandi nichts Gutes im Schilde. Immer wieder schickt er das Stachelschwein los, um sich seiner Widersacher zu entledigen. Im Dorf verbreiten sich Angst und Schrecken, denn niemand kann sich die mysteriöse Todesserie erklären ... In "Stachelschweins Memoiren" parodiert Alain Mabanckou den afrikanischen Volksglauben, jeder Mensch habe als Doppelgänger ein Tier an seiner Seite. So ist eine urkomische und zugleich hellsichtige Fabel über die merkwürdige Spezies der Menschen entstanden. Die halten sich zwar für klug und den Tieren überlegen, aber in Wirklichkeit sind sie genauso beschränkt wie eine Herde Schafe. Nur weil eine Fliege fliegen kann, wird ja noch lange kein Vogel aus ihr.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.12.2011
Rezensentin Lena Bopp freut sich, dass Alain Mabanckous bereits 2006 in Frankreich veröffentlichter Roman "Stachelschweins Memoiren" nun auch auf Deutsch erschienen ist. Gern lässt sie sich von dem afrikanischstämmigen Autor, den sie mit Feridun Zaimoglu vergleicht, in die tiefste afrikanische Provinz entführen, wo sie viel über die Traditionen und Mythen des fremden Kulturkreises erfährt. Zwar müsse der Leser erst einmal den Zugang zu dem Roman finden - immerhin wird dieser aus der Perspektive eines Stachelschweins erzählt, welches sich als Doppelgänger eines Mannes namens Kibandi zum Herrscher über Leben und Tod erhebt - die Lektüre dieses "klugen und bemerkenswerten" Buches lohne sich aber allemal, versichert die Kritikerin. Denn Mabanckous Roman sei nicht nur eine teils humorvolle, teils scharfsinnige Parodie über den in Teilen Afrikas noch immer vorherrschenden Glauben an Magie und andere dunkle Kräfte, sondern zugleich ein aufklärerisches Plädoyer für "Bildung, Bücher und das Lesen" - ohne dabei jedoch das unreflektierte, kritische Bild der westlichen Zivilisation zu übernehmen.
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