Im Irak feiert der Guerillakrieg eine Renaissance. Gleichsam lehrbuchartig werden entsprechend dem Minihandbuch der Stadtguerilla von Marighella Sprengfallen gegen amerikanische Konvois gelegt. Die USA haben mittlerweile mehr als 2300 tote Soldaten zu beklagen. Ein Ende dieses Krieges ist vorerst nicht abzusehen. Offensichtlich genießen die Aufständischen im Irak weitgehend die Unterstützung eines Teils der Bevölkerung und operieren, wie im 20. Jahrhundert der Chinese Mao Dsedong feststellte,"wie der Fisch im Wasser". Mao bemerkte aber auch, dass, falls eine Besatzungsmacht einen solchen Krieg nicht gewinnen könne, sie zum Verlierer werde. Das Buch vermittelt in einem ersten Teil einen historischen Rückblick auf verschiedene Guerillakriege. Im zweiten Teil werden verschiedene Konzeptionen des Guerillakriegs vorgestellt. Zum Schluss geht der Autor auf den Guerillakrieg der Zukunft ein, der vor allem durch die global geführten Aktionen der Al-Kaida bestimmt sein dürfte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.09.2006
Als gelungenen Überblick über die Geschichte des Terrorismus von der Antike bis heute würdigt der "Lz." zeichnende Rezensent diesen Band des Militärwissenschaftlers Albert A. Stahel. Die Lektüre lehrt ihn, dass heute als neu bezeichnete Kriegs- und Kampfformen in ihren Grundzügen schon früher angewandt wurden. Er würdigt Stahels sorgfältigen Umgang mit Begriffen und das weite Themenspektrum, das von historischen Guerillakriegen über den Partisanenkrieg in Jugoslawien im Zweiten Weltkrieg bis zum Terror von Al-Qaida reicht. Über das ein oder andere Thema hätte sich der Rezensent allerdings etwas mehr gewünscht. Dabei hält er fest, dass der Autor sein Werk nicht als "detailliertes Kompendium" versteht, sondern eher als "Fresko von Grundmustern, die vom Zeitenlauf nicht überholt worden sind". Wer sich mit einzelnen Themenfeldern in weiterführender Lektüre vertieft befassen möchte, dem hilft zur Freude des Rezensenten das ausführliche Literaturverzeichnis weiter.
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