Im Warschauer Ghetto 1942 erklingt aus einer kleinen Seitenstraße Musik, Gelächter und Applaus. Ein Theaterstück feiert Premiere, eine heitere Musikkomödie namens "Die Liebe sucht ein Zimmer". Die junge Schauspielerin Sara wartet nervös auf ihren Auftritt. Mit leuchtenden Augen schaut sie vom Bühnenrand ihrer großen Liebe Edmund zu, wie er die Zuschauer in den Bann schlägt und sie ihr Elend vergessen lässt. Da tritt Michal zu ihr, der Intendant des Theaters und ihr Verflossener, und macht Sara ein verlockendes Angebot: Er wird nach der Vorstellung aus dem Ghetto fliehen und bietet ihr ein Ticket in die Freiheit. Er will sie retten - vor den Nazis, dem Typhus und dem Hunger. Doch mit ihm zu fliehen, würde bedeuten, Edmund zurückzulassen und ihn nie wiederzusehen. Sara muss sich entscheiden zwischen der Liebe und dem Überleben. Dafür hat sie nur jene neunzig Minuten Zeit, in der sie mit Edmund, Michal und den anderen Schauspielern auf der Bühne steht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2025
Rezensentin Marta Kijowska liest bei David Safier von der Geschichte des polnischen Dramatikers Jerzy Jurandot, der im Warschauer Ghetto ein Theater geleitet und dafür etliche Stücke geschrieben hat: Eines der Stücke, "Die Liebe sucht ein Zimmer", ist nun auch der Ausgangspunkt für Safiers Roman, es handelt von zwei Ehepaaren, die versehentlich derselben Wohnung zugewiesen werden. Der Roman nehme Sara in den Blick, die gemeinsam mit ihrem Ex- und ihrem aktuellen Partner auf der Bühne stehe und sich nun entscheiden müsse, ob sie mit ihrem Ex aus dem Ghetto fliehen oder mit ihrer großen Liebe in den Tod gehen solle. Safiers Roman überzeugt Kijowska nicht wirklich, zu unbeholfen ist ihr der Umgang des Autors mit den schwierigen Themen, außerdem hätte sie sich gewünscht, dass er dem bewegten Leben Jurandots mehr Aufmerksamkeit zukommen lässt. Sie empfiehlt eher die Lektüre von Jurandots Erinnerungen an das Warschauer Ghetto, sdie laut Kijowska von erschütternder Sachlichkeit sind. Er hatte sie direkt nach seiner Flucht aus dem Ghetto geschrieben - aber sie wurden erst 2014 publiziert. Vielleicht eine Anregung für einen deutschen Verlag?
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…