Spanien, 1503: In der Festung La Mota soll Johanna von Kastilien endlich zur Vernunft kommen. Zu viel steht für ihre Mutter, Isabella die Katholische, auf dem Spiel. Die Königin regiert das Land mit unerbittlicher Härte, sie hat die Mauren vertrieben und lässt Tausende als Ungläubige auf den Scheiterhaufen der Inquisition verbrennen. Sie kann ihr Reich nicht in die Hände einer Tochter geben, die nicht betet, nicht beichtet und der Macht nichts bedeutet. Johanna will nicht über andere herrschen. Alles, was sie will, ist, über sich selbst zu bestimmen. Aber das scheint eine Freiheit zu sein, die nur Männern vorbehalten ist. Als sie mit Philipp dem Schönen ins ferne Flandern verheiratet wird, sieht es für einen Moment so aus, als sei das Unwahrscheinliche möglich: ein Leben in Liebe in einer Welt aus Verrat. Doch auch als sich diese Hoffnung nicht erfüllt, hält Johanna unbeirrbar an dem fest, was alle um sie herum für Wahnsinn halten - dem unerhörten Wunsch, dass die Welt anders sein könnte als sie ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.02.2021
Hoppla! Da scheint Rezensent Stefan Michalzik nichtsahnend in einen historischen Roman hineingestolpert zu sein, dessen Protagonistin ihn einerseits enorm fasziniert, andererseits kann er sich kaum beruhigen über den offenbar enormen Kitsch-Faktor der Behandlung. Jedenfalls wehen dem Kritiker zu viele Nachthemden um die Ohren und er sieht das ganze fast notgedrungen schon auf großer Leinwand vor sich. Die "frauenrechtlerische Motivation" des Romans ist Michalzik durchaus sympathisch, das Ergebnis findet er allerdings "trivial" - vielleicht auch, weil er mit seinem historischen Interesse nicht wirklich auf seine Kosten gekommen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2021
Rezensent Martin Lhotzky muss Alexa Hennig von Lange und ihrer Heldin, der Königin von Kastilien, gar nicht abnehmen, dass die Herrscherin schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts für eine Neuordnung der Verhältnisse zwischen Mann und Frau stritt, um Langes Roman mit Gewinn zu lesen. Die verbürgten Fakten, die die Autorin laut Lhotzky gewissenhaft recherchiert hat, genügen, um die Geschichte der Monarchin zwischen Liebe und Abneigung zu ihrem Mann, zu ihrer Mutter, zu ihren Kindern unterhaltsam zu machen, findet der Rezensent. Langes "mitreißender" Ton tut sein übriges, gibt Lhotzky zu verstehen.
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