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Alexander Hacke

Krach

Verzerrte Erinnerungen
Cover: Krach
Metrolit Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783849303778
Gebunden, 300 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

"Krach" ist Autobiografie und Memoire eines Ausnahmemusikers und Zeitzeugen der Berliner Untergrund-Musik-, Kunst und Filmszene. Vom genialen Dilettanten, der die Schule hinschmiss, um seinen Traum zu leben, hin zum Ausnahme-Autodidakten, der als Musiker und als Komponist von Filmmusik in der Hochkultur angekommen ist, ohne seine Lust auf Neues und Abwegiges aufzugeben - so ließe sich die Karriere von Alexander Hacke in einem Satz umschreiben. Aber Hackes bisheriges Leben war weit ereignisreicher, die Menschen, die ihn auf einzelnen Stationen begleiteten, spannender, die Einflüsse, denen er sich aussetze,inspirierender, als diese kurze Beschreibung glauben machen lässt.
Und deshalb erzählt Hacke seine Geschichte am besten selbst: "Krach" berichtet von den Anfängen im Milieu der Kreuzberger Hausbesetzer und Punkrockgruppen und dem Aufstieg der Einstürzenden Neubauten ebenso wie von Hackes Zeit mit Christiane F., dem Mauerfall und den drastischen Veränderungen, die mit den Wendejahren über die vormals elitäre Enklave Westberlin hereinbrachen. Er schreibt über sein gemeinsames Leben und die Arbeit mit seiner Frau Danielle de Picciotto und verbindet in seinem Buch persönliche Erinnerungen an eine der aufregendsten Subkulturen der Welt mit Anekdoten und Begegnungen aus und in aller Welt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.10.2015

Die "verzerrten Erinnerungen" Alexander Hackes, Bassist der Einstürzenden Neubauten, würden wunderbar als Schlüsselroman funktionieren, bemerkt Rezensent Thomas Groß. Figuren des West-Berliner Nachtlebens der 1980er-Jahre kommen zuhauf darin vor, und genau das macht für Groß den Unterschied zu Sven Regeners Kultbuch "Herr Lehmann" aus: Hacke war selbst dabei, wenn auch oft berauscht von allerlei Aufputschmitteln. So kann er laut Groß auch wahrheitsgemäß schildern, wie der Mauerfall von der West-Berliner Subkultur bloß als "lästige Randerscheinung" wahrgenommen wurde. Mit Bedauern stellt der Kritiker allerdings fest, dass Hacke ein eher "schlichter Erzähler" ist, an Spannung und Reflexion fehle es dem Buch fast gänzlich. "Krach", resümiert der Rezensent leicht boshaft, liest sich, wie der Bericht eines Großvaters vom Krieg: "anekdotenreich, aber auch voller Gedächtnislücken".