"Alles, was ich will, ist Liebe - und ein bisschen Anerkennung von den Portugiesen", so lautet das Lebensmotto des Professor Dr. Moritz-Maria von Igelfeld. Als Ritter von komischer Gestalt, der hoch erhobenen Hauptes ins Verderben strauchelt, ist er auch deshalb so hervorragend geeignet, weil sein Haupt von Natur aus bereits recht hoch sitzt. Es gilt, auf der Hut zu sein, zum Beispiel vor den Ränken seiner Regensburger Kollegen Professor Dr. Detlev Amadeus Unterholzer und Professor Dr. Dr. hc Florianus Prinzel, die keine Gelegenheit unversucht lassen, ihn zu diskreditieren. Doch auch andernorts, auf seinen Reisen von Kongress zu Kongress, lauert Ungemach, das es ehrbaren Akademikern erschwert, die Form zu wahren. So folgt von Igelfeld einer Einladung der Universität von Arkansas - der ersten, längst überfälligen aus Übersee! -, nur um festzustellen, dass man ihn dort mit einem Professor für Veterinärmedizin verwechselt hatte, und aus dem Stegreif einen Vortrag über den gemeinen deutschen Dackel halten zu müssen. Er gerät in einen Guerillaüberfall in Kolumbien und eine Papstaudienz im Vatikan, verliebt sich unglücklich in seine Zahnärztin und verfasst versehentlich eine Studie über altirische Pornografie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2007
Amüsiert hat sich Rezensentin Andrea Neuhaus bei der Lektüre von Alexander McCall Smiths Satire auf den deutschen Universitätsbetrieb. Der spitzfindige, pedantische und renomiersüchtige Regensburger Romanistik-Professor Moritz-Maria von Igelfeld vereint für sie treffend alle Untugenden eines "weltfremden Kathedergelehrten", der nicht nur den Universitätsalltag bewältigen, sondern sich auch stets vor den Intrigen der Kollegen in Acht nehmen muss. Ein wenig nostalgisch wirkt das Ganze auf Neuhaus schon und nicht alle Einfälle und Wendungen scheinen ihr wirklich brillant. Gleichwohl hat sie das Buch sehr gern gelesen, denn es ist "drollig, heiter und ausgesprochen vergnüglich".
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