Aus dem Englischen von Thomas Stegers. Poppy Shakespeare ist ganz normal. Zumindest war sie das bis zu jenem Tag, als sie sich auf eine neue Stelle beworben hat. Beim Vorstellungsgespräch eröffnet man ihr, dass sie an einer schweren Persönlichkeitsstörung leide; das hätte der Eignungstest ergeben. Und schon fährt der Krankenwagen vor, der Poppy in die Psychiatrie bringt. Herzlich Willkommen in der Dorothy Fish, einer Tagesklinik im Norden Londons. Poppy wird von N empfangen, einer Patientin, die schon seit dreizehn Jahren hier ist. Wie alle Bewohner der Dorothy Fish setzt N alles daran, diese beste aller Welten ja nicht verlassen zu müssen. Ihre Erleichterung ist groß, wenn beim alljährlichen Routinecheck-up festgestellt wird, dass sie noch immer verrückt genug ist. Doch dann kommt Poppy Shakespeare in ihrem schicken Kostümchen und den Stöckeln aus Schlangenleder in Ns Leben gerauscht - und plötzlich ist alles anders. Vier Wochen soll Poppy erst einmal zur Beobachtung bleiben. Aber diese Probezeit will sie auf keinen Fall bestehen. Sie bittet N um Hilfe - und so machen sich die beiden Frauen auf und stellen diese sonderbare Welt, die sehr viel normaler ist, als sie auf den ersten Blick scheint, komplett auf den Kopf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.07.2007
Rezensent Christoph Haas ist im Großen und Ganzen angetan von Clare Allans Romandebüt - auch wenn es seiner Meinung nach der "Durchschlagskraft" des Romans schadet, dass sich die britische Autorin nicht so richtig zwischen "phantastisch-kafkaeskem und realistischem Erzählen" entscheiden kann. Auch hat der Roman in Haas' Augen einige Längen. Trotzdem empfindet er den zynischen Tenor der Geschichte als recht gelungen. Den romantisierenden Blick, den es in der Literatur immer wieder auf psychische Störungen gebe, spare sich Allen, konstatiert Haas einverstanden, in ihrem Buch hat der "Wahnsinn kein utopisches Moment mehr." Trotzdem habe das Buch einen hohen Unterhaltungswert, versichert der Rezensent, es sei "witzig und schwungvoll geschrieben".
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