So ist über den 11. September noch nie berichtet worden: Alexander Osang, damals Spiegel-Korrespondent, erzählt von seiner Odyssee durch das geschockte New York, immer auf der Suche nach "seiner" Geschichte. Seine Frau und Kollegin Anja Reich sieht die schwarzen Wolken aus Manhattan auf ihr Haus in Brooklyn zukommen. Sie durchlebt diesen Tag mit den gemeinsamen Kindern und Nachbarn in der Straße ganz anders, nicht weniger dramatisch und ohne Nachricht von ihrem Mann. Jeder von beiden schreibt nun seine eigene Geschichte über den längsten Tag von New York City.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2011
Wie schön, sie sind noch zusammen, das Reporterehepaar Alexander Osang und Anja Reich hat die Krise gemeistert, die in diesem Constanze Neumann sehr bewegenden Buch verhandelt wird. Dass sich die Rezensentin so freut über das private Glück hat Gründe. Zum einen scheint sie Respekt zu haben für die Autoren, die hier offen Zweifel an ihrer Profession, dem Reporterberuf, äußern. Zum anderen ist ihr die Familie der beiden durch die Innenansicht vertraut geworden. Wie ein Ereignis "bigger than life" (hier 9/11, das die Autoren in New York miterleben) Lebensweisen und Haltungen infrage zu stellen vermag, kann sie hier nachvollziehen. Und auch, wie sehr wir als Leser von Katastrophenreportagen von der Obszönität profitieren, die sich der Reporter mitunter auflädt.
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