Alexandra Stahl

Frauen, die beim Lachen sterben

Roman
Cover: Frauen, die beim Lachen sterben
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2024
ISBN 9783990272923
Gebunden, 224 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Iris weiß nicht, was sie will, nur, was sie nicht will. Auch um zu flüchten, fliegt sie auf eine griechische Insel, überstürzt, allein, ratlos. Ausgerechnet auf eine Insel, auf der jeder Einheimische bewaffnet ist. Sie will zur Ruhe kommen und verstehen, was zwischen ihr und ihren Freundinnen Ela und Katja geschehen ist. Was die beiden überhaupt zu Freundinnen gemacht hat. Und draufkommen, warum sie Jahre mit Simon verbracht hat, obwohl sie das nie sein wollte: eine Frau in einer Beziehung, schon gar nicht mit einem Schriftsteller. Sie will nachdenken, über ihre Schwester, die hat, was ihr fehlt, und über das unvollendete Manuskript der belgischen Autorin, das sie im Kühlschrank der Künstlerresidenz findet, für die sie so lange gearbeitet hat. Und sie fragt sich, was noch wichtig ist, wenn etwas, das ihr einmal alles bedeutet hat, egal geworden ist...

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 17.12.2024

Einen Gesellschaftsroman von beeindruckender Klarheit und Kälte hält Rezensentin Marie Schoeß mit dem neuen Buch von Alexandra Stahl in den Händen. Stahlhart ist die Hauptfigur Iris in ihrem Blick auf das eigene Leben, so Schoeß, sie ist, wie ihre zwei Freundinnen, um die es ebenfalls geht, in der Nähe der 40 und führt ein saturiertes, aber unbefriedigendes Leben, arbeitet für eine Künstlerresidenz und plant mit ihrem Partner die Erziehung eines Kindes, das freilich noch nicht im Anmarsch ist. Im Kern ist das laut Schoeß ein Buch über die Frage, wie man dem eigenen Leben Sinn verleihen kann, wenn die traditionellen privaten und beruflichen Sinnangebote ins Leere laufen. Gut gefällt der Rezensentin die Erzählweise, Stahls Text entfaltet sich zwar flüssig, zwischendrin baut die Autorin jedoch immer wieder kleine Irritationen in Form kurzer Sätze ein. Keineswegs ist das nur ein weiteres Buch über Trendthemen wie Berlin und Corona (darum geht es also auch), stellt Schoeß klar. Vielmehr wird hier eine hochinteressante Perspektive auf die Gegenwart angeboten, die sich simplen Identifikationsmustern verweigert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.05.2024

In Alexandra Stahls zweitem Roman liest Kritiker Cornelius Wüllenkemper eine Art Fortsetzung ihres Debüts, denn auch hier findet sich eine Protagonistin, die ihr Berliner Bohème-Leben zunehmend hinterfragt. Stahl widmet sich dem Leben von Iris in einer Mischung aus Identitätssuche und Kulturbetriebsentlarvungen, die Figur flieht nach Griechenland, um sich darüber klar zu werden, was sie wirklich will im Leben, für Wüllenkemper geschieht das auf erfrischend unangestrengte Art. Eine Berlin-Geschichte, die in ihrer Unabgeschlossenheit und Lässigkeit allzu konstruierten Vergleichsbüchern einiges voraus hat, resümiert er.
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