Alfred Brendel, Peter Gülke

Die Kunst des Interpretierens

Gespräche über Schubert und Beethoven
Cover: Die Kunst des Interpretierens
Bärenreiter Verlag, Kassel 2020
ISBN 9783662616314
Gebunden, 189 Seiten, 29,99 EUR

Klappentext

Alfred Brendel und Peter Gülke pflegen die Kunst des Interpretierens auf einzigartige Weise: Brendel als weltberühmter Pianist, der auch Bücher über Musik publiziert, Peter Gülke als mehrfach für seine Sprach-Kunst des Interpretierens ausgezeichneter Autor, der auch Dirigent ist. In diesem Buch denken sie in einem Ideen- und Erfahrungsaustausch gemeinsam über die Praxis des Interpretierens nach. Einerseits geschieht dies ganz konkret bezogen auf Schuberts und Beethovens Musik. Andererseits diskutieren sie über Grundsätzliches wie die Frage, welche Freiheit Musikerinnen und Musiker beim Aufführen von Musik haben, und über die Möglichkeiten, sinnvoll über Musik zu sprechen, das heißt: sie sprachlich zu interpretieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.02.2021

Es ist ein Geschenk, das die beiden Gesprächspartner Alfred Brendel und Peter Gülke hier aus überreicher Kenntnis dem Leser machen, findet Rezensent Eberhard Geisler, und rät auch gleich, dies Buch als Geschenk weiterzureichen, denn es erlaubt etwas in der Coronakrise sehr Sinnvolles: Nachdenken über Musik, die man zur Zeit nicht live hören kann. Das Buch selbst ist übrigens von der Krise geprägt, erzählt Geisler, denn die beiden tauschten sich zunächst im Gespräch aus und mussten dann irgendwann coronabedingt auf Mails ausweichen. Das Schubert-Bild wird hier revidiert, schreibt der Rezensent. Letzte Reste des Biedermeier-Idylls, das mit dem Namen noch verknüpft gewesen sei, würden abgestreift: Hier tritt einer auf, der "die Musikgeschichte förmlich aufgesprengt hat" - und zwar durch die eigenständige Rolle, die er dem Klavier im Lied zuwies. Auch Beethoven lasse der Band Gerechtigkeit widerfahren, als einem Architekten der Musik (während die Musik bei Schubert eher zu geschehen scheine). Schließlich gefallen dem Rezensenten auch die Anmerkungen der beiden Autoren zu Hegels musikphilosophischen Äußerungen.

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