Alice Schwarzer

Die Antwort

Cover: Die Antwort
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2007
ISBN 9783462037739
Gebunden, 208 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Die neuen Freiheiten, die Folgen der Emanzipation, sind Herausforderung und Bedrohung zugleich. Sie erfordern neue Antworten. "Die Antwort" auf neue Frauenverdummung und altes Machotum. Auf Fundamentalismus und Biologismus. Auf Jugendwahn und Diätterror. Ein Plädoyer für gleiche Chancen und Rechte. Für Väter mit Kindern und Mütter mit Berufen. Gegen das schlechte Gewissen und für ein selbstverantwortliches Leben. Alice Schwarzer prägt als Autorin und Aktivistin seit dem Aufbruch der Frauen Anfang der 70er-Jahre den Diskurs und die Praxis der Emanzipation in Deutschland und weit darüber hinaus. Sie ist nicht nur selber ein Stück lebendiger Frauengeschichte, sondern immer wieder auch Vordenkerin und Tabubrecherin. Ob mit ihrer frühen Kritik am islamischen Fundamentalismus oder mit ihrer überraschenden Offenheit für eine konservative Kanzlerin: Immer stehen für sie die Interessen von Frauen im Zentrum. Jetzt legt Alice Schwarzer, mit der Summe ihrer Erfahrung und der Leidenschaft ihrer Provokationslust, erneut ein Buch vor.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2007

Ein Buch für Staatsbürger beiderlei Geschlechts sieht Hanna-Renate Laurien in Alice Schwarzers "Die Antwort". Anschauliches zum Thema "Menschenwürde der Frau" hat sie gefunden und sich über die Verfahrensweise der Autorin gefreut, persönliche und fremde Erfahrungen, Fakten und Grundsätzliches zu kreuzen, um ihrem Ideal einer vom "Geschlechtsnormenterror" befreiten Welt näherzukommen. Laurien ist eine Bewunderin von Schwarzers Mut, parteipolitische Barrieren einzureißen. Wie sie "mit spitzer Feder" Wege aus der "Fremdheit der Geschlechter" aufzeigt, aber auch neue Gefahren ("falsche Toleranz und Kulturrelativismus"), wie sie diejenigen beim Namen nennt, die "echte Integration" fördern - all das findet Laurien vorbildlich. Unverständlich erscheint ihr hingegen Schwarzers Haltung zur Abtreibung und der Umstand, dass sie von "Fötus" spricht, nicht von "ungeborenem Leben". In diesem Punkt empfiehlt sie der Autorin die Habermas-Lektüre. Eine"gewisse Einseitigkeit" bei der Adelung früher Heldinnen der Frauenbewegung kann Laurien der Autorin aber verzeihen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.06.2007

Die Feministin Alice Schwarzer hat ein neues Buch über ihre alten Lieblingsthemen gesellschaftlicher Ausbeutung von Frauen und weiblicher Rollenzuschreibungen geschrieben. Pornografie, Prostitution und Modeterror sind durchaus wieder aktuelle Themen, wie Heide Oestreich findet, die Schwarzer in "Die Antwort? zurecht auf die Tagesordnung setze. Das ist aber auch das einzig Positive, das die Rezensentin dem neuen Werk abringen kann. Zu undifferenziert argumentiere die "Drama-Feminstin? insbesondere bei der Diskussion um das Kopftuch oder Prostitution, bemängelt Oestreich. Sogar "Fehlinformationen? findet Oestreich in dem Buch (etwa zur Abtreibungsregelung) und kommt zu dem Schluss, dass intelligente junge Frauen sich von Schwarzer nicht überzeugen lassen werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.06.2007

Hannelore Schlaffer befasst sich sehr eingehend mit Alice Schwarzers jüngstem Buch "Die Antwort", in dem sie eine Art "intellektueller Autobiografie" der Emma-Herausgeberin erkennt. Alle Schauplätze des Geschlechterkampfs werden noch einmal besucht, alle Fragen werden mit Antworten bedacht, die Emma-Leserinnen natürlich längst geläufig sind, so die Rezensentin. Schlaffer macht allerdings deutlich, dass Schwarzer sich nicht in reinen Wiederholungen alter Kampagnen ergeht, sondern mit ihrem Buch auch Männer zum Umdenken bewegen will. Gern scheint sich die Rezensentin zunächst mit der Autorin der Emanzipationsgeschichte zu erinnern. Wenn sich Schwarzer allerdings der aktuellen Debatte um Geburtenrate und Kinderbetreuung zuwendet, wird Schlaffer der Argumentationsgang allzu polemisch, weil Schwarzer dafür, wie sie unterstreicht, überzeugende Argumente unter den Tisch fallen lässt. Etwas seltsam mutet es der Rezensent an, dass die gestandene Altlinke sich nun mit konservativen Kräften wie Angelika Merkel und Ursula von der Leyen verbündet und sie streicht auch hervor, dass in Schwarzers Welt vor allem Akademikerinnen eine Rolle spielen, Arbeiterinnen ohne berufliche Aufstiegschancen in ihrer Gedankenwelt dagegen nicht vorkommen. In den beiden Abschlusskapiteln sieht sie sie dann gar in den Beschimpfungston zurückgleiten, der den Anfang des Geschlechterkampfs geprägt hat, und da hätte sich die Rezensentin dann doch mehr "Antworten" und weniger "Polemik" gewünscht.

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