Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.03.2003
Der Rezensent mit dem Kürzel "lx" findet es "richtig", dass einer der Texte in diesem "sorgfältig edierten Essayband" den Atheismus Nietzsches als "eine Frage der Auslegung", zu einem "hermeneutischen Problem" also, erklärt. Überhaupt kann er dem Ansatz von Alois M. Haas offenbar viel abgewinnen, der in den hier versammelten Essays Nietzsches "Kampf" mit - beziehungsweise seinem "gedanklichen Hin und Her" zwischen -- Glaubensferne und Gottessuche nachgehe. Der Atheismus sei für Nietzsche jedenfalls noch keine Selbstverständlichkeit oder gar eine Pflicht gewesen, sondern immer noch -- im Gegensatz zu vielen späteren modernen Denkern und Intellektuellen -- "Resultat einer Anstrengung des Denkens". Haas gelinge es mit diesem Band, in Anlehnung an unter anderem Rene Girard und Hans Urs von Balthasar, alle "vermeintlich klaren 'atheistischen' Auslegeordnungen" Nietzsches "ins Schwanken" zu bringen.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…