Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.03.2003
Der Rezensent mit dem Kürzel "lx" findet es "richtig", dass einer der Texte in diesem "sorgfältig edierten Essayband" den Atheismus Nietzsches als "eine Frage der Auslegung", zu einem "hermeneutischen Problem" also, erklärt. Überhaupt kann er dem Ansatz von Alois M. Haas offenbar viel abgewinnen, der in den hier versammelten Essays Nietzsches "Kampf" mit - beziehungsweise seinem "gedanklichen Hin und Her" zwischen -- Glaubensferne und Gottessuche nachgehe. Der Atheismus sei für Nietzsche jedenfalls noch keine Selbstverständlichkeit oder gar eine Pflicht gewesen, sondern immer noch -- im Gegensatz zu vielen späteren modernen Denkern und Intellektuellen -- "Resultat einer Anstrengung des Denkens". Haas gelinge es mit diesem Band, in Anlehnung an unter anderem Rene Girard und Hans Urs von Balthasar, alle "vermeintlich klaren 'atheistischen' Auslegeordnungen" Nietzsches "ins Schwanken" zu bringen.
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