Zwei Autorinnen erzählen erlebte Geschichten aus der jüngsten Vergangenheit Armeniens: Die Journalistin Amalia van Gent schildert, wie sich das Land anfangs der 1990er-Jahre aus der Umarmung der Sowjetunion löste und warum es die Ablösung vom großen Bruder Russland in jüngster Zeit wieder rückgängig macht. Die Spitallehrerin und Therapeutin Christina Leumann erzählt anschaulich von ihren Erfahrungen als Mitglied der Katastrophenhilfe nach dem verheerenden Erdbeben im Jahre 1988 und vom schwierigen Alltag in den Jahren danach. Die Gewaltorgie im Krieg um Bergkarabach kommt eingehend zur Sprache, ebenso der Genozid an den Armeniern des Osmanischen Reiches vor genau 100 Jahren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.03.2016
Christiane Schlötzer erfährt aus dem politischen Band der Journalistin Amalia van Gent und der NGO-Mitarbeiterin Christina Leumann, wie Armenien vor 25 Jahren zu einem unabhängigen Staat wurde. Aufschlussreich findet Schlötzer die versammelten Stimmen der Protagonisten der neunziger Jahre und die Reiseberichte und Analysen der Autorinnen. Bitter und komisch und kundig, meint sie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2015
Mit gemischten Gefühlen hat Rezensent Rainer Hermann Amalia von Gents und Christina Leumanns Buch über Armenien gelesen. Interessiert folgt der Kritiker den Aufzeichnungen der Korrespondentin Gent, die die politischen Entwicklungen historisch nachzeichnet, während die Therapeutin Leumann sich auf den Alltag in Armenien konzentriert. Mit Gewinn liest der Rezensent auch die Passagen, in denen die Autorinnen schildern, wie der Konflikt um die Enklave Bergkarabach die jüngere Geschichte Armeniens beeinflusst. Allerdings hätte sich Hermann eine Berücksichtigung der Religionsgeschichte und der Kunstszene Armeniens gewünscht.
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