Aus dem Georgischen von Natia Mikeladse-Bachsoliani. 9. April, nationaler Gedenktag in Tiflis, Georgien. Gena versucht, einen weiteren Tag in seinem gescheiterten Leben zu bewältigen. Seine Frau Mila, die jegliche Hoffnung auf ihren Mann verloren hat, plant eine Zukunft ohne ihn. Tochter Zema, die bei der Polizei arbeitet, beschließt, dass Rache ihr einziges Lebensziel ist. Sohn Lazare will Rapper werden und vertritt linke Ideale, ist jedoch plötzlich gezwungen, seine Prinzipien aufzugeben. Iwa Pesuaschwili schildert das Schicksal der armenischen Familie Simonyan, die in den 90er Jahren vor dem Krieg in Karabach nach Tiflis flieht, in eine Stadt voller Korruption, Gewalt und schmutziger Politik. Die Handlung entwickelt sich innerhalb eines Tages, an dem alle Konflikte, Dramen und Herausforderungen gleichzeitig über die Familie hereinbrechen. Und obendrein beginnen die Dämonen aus ihrer Vergangenheit zu erwachen und hindern sie daran, rationale Entscheidungen zu treffen …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2024
Rezensentin Sabine Berking schwelgt in Iwa Pesuaschwilis Roman, 2. Teil einer Trilogie, über einen Haufen armenischer Glücksritter im Tiflis des Jahres 2017. Einen ganzen Tag lang darf der Leser der dysfunktionalen Familie Simonyan folgen, die in einer 16 Stockwerke zählenden Wohnmaschine vegetiert, und lernt dabei die Abgründe der georgischen Geschichte und Gesellschaft kennen, wie Berking erklärt. Alles stinkt und zerfällt, jeder ist korrupt und wurschtelt sich irgendwie durch, stellt Berking fest. Wie der Autor das inszeniert, wortgewaltig und mit viel Ironie und ebensoviel Wut über die Verhältnisse, findet die Rezensentin gelungen. Die deutsche Übersetzung von Natia Mikeladse-Bachsoliani trifft den Ton, meint sie.
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