Aus dem Englischen von Stefan Mesch. "Du lernst, allen Ballast zu streichen. Stellst dir bei jedem Satz vor, wie deine Leser nur nach dem ersten Grund suchen, dich wieder fortzulegen. Der Trick?", sagt Amy Hempel über ihre Zeit als Journalistin: "Ihnen keine Gründe zum Aufgeben zu lassen!" 15 atemlose, heimtückische Short Stories, die deutlich machen, weshalb Hempel vielen als markanteste Erzählerin seit Raymond Carver gilt - und was sie zum Idol und besten Feindin der Generation X gemacht hat: "Was uns treibt" (Reasons to Live) war ihr Debütband und ist in den USA eine seit 30 Jahren geliebte, tiefschwarz schraffierte CD auf dem Armaturenbrett eines Kleinwagens, den man verscherbeln, aufgeben, schrotten will. Ein Freudenfeuer. Eine warme Decke, den Kindern gestohlen. 15 liebevolle Tritte in den Magen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.01.2016
Auf Viola Schenz wirken die nach dreißig Jahren endlich ins Deutsche übertragenen Kurzgeschichten von Amy Hempel wie Twitter-Literatur avant la lettre, so knapp und konzise meißelt die Autorin ihre Sätze. Nur das mittlerweile allgegenwärtige Smartphone-Gewische fehlt in "Was uns treibt" noch gänzlich, so die Rezensentin. Die Geschichten behandeln nonchalant Themen wie Tod und Verlust während Hempel hier und da kleine Wahrheiten über die Unvollkommenheit des Lebens einstreut, fasst Schenz zusammen, die dem Luxbooks-Verlag herzlich für diese überfällige Entdeckung dankt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.09.2015
Die fünfzehn Storys aus Amy Hempels Erzählsammlung "Was uns treibt" - im Original vor 30 Jahren erschienen - haben nichts von ihrer Aktualität eingebüßt, findet Rezensentin Angela Schader. Der Debütband der damals 34-Jährigen Autorin beschäftige sich vor alle mit Verlust und Tod, so die Kritikerin, sei aber völlig frei von Weinerlichkeit. Vielmehr attestiert Schader der amerikanischen Schriftstellerin einen "perfekt austarierten Sinn für Lakonik und Humor" und außerdem die Fähigkeit, ihre Szenen mit präzisen Worten und in wenigen Sätzen zu entwerfen.
Angetan zeigt sich Wieland Freund von den Kurzgeschichten der US-Amerikanerin Amy Hempel, die - obwohl gerühmt in den Vereinigten Staaten - in Deutschland bislang als Avantgardistin verschrien sei. Dass Hempel einst Mutter und Tante durch Suizid verlor, meint Freund aus jeder Geschichte herauslesen zu können, ein schmerzvolles Beben durchziehe diese, "beinahe jeder der stets namenlosen Erzähler scheint an seinem persönlichen San-Andreas-Graben zu stehen". Hempels bevorzugte Themen Tod und existenzielle Unsicherheit würden in reizvoller Spannung zum landschaftlich so idyllischen Setting Kaliforniens stehen, findet der Rezensent und adelt die Short-Story-Autorin schließlich, indem er konstatiert, sie schreibe nicht nur kein Wort zu viel, "sondern eben auch keines zu wenig".
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