Bis vor kurzem wurde die Reformationsgeschichte in erster Linie als Erfolgsgeschichte dargestellt. Erst seit einigen Jahren ist auch das Scheitern der Reformation in der deutschen Geschichtswissenschaft zum Forschungsgegenstand geworden. Die vorliegende Arbeit untersucht das Nichtgelingen der Reformationsbestrebungen im 16. und 17. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Behandelt werden die gescheiterten Stadtreformationen in den Städten Luzern, Zug, Freiburg und Solothurn sowie zwölf gescheiterte Landreformationen. Nach der Besprechung von Vergleichskriterien folgen die Diskussion einer These Jacob Burckhardts sowie eine Kritik der vorgeschlagenen Typologien, denen sich ein Plädoyer für ein Modell gescheiterter Stadt- und Landreformationen unter Beizug neuerer sozialwissenschaftlicher Methoden anschliesst.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2000
Thomas Maissen unterzieht hier die Dissertation des emeritierten Betriebswirtschaftlers und nunmehr Historikers Zünd über die Schweizer Reformationsbewegungen einer kritischen Würdigung. Die Übertragung der kirchengeschichtlichen Ordnung von Städten und Gemeinden in die Studie erscheint Maissen methodisch unreflektiert. Ihm fehlen die Kriterien, was eine Stadt und was eine ländliche Gemeinde definiert. Insofern vermisst Maissen auch die Antwort auf die Frage, ob und warum Bauern und Bürger unterschiedlich auf die Reformation reagiert haben. Hier fehlt ihm bei Zünd die Beschäftigung mit den Thesen Peter Bickles, der sich auf strittige aber anregende Weise mit dieser Frage beschäftigt habe. Für Leser ohne geografische oder religionsgeschichtliche Kenntnisse der Schweiz ist die Rezension etwas verwirrend.
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