Es ist nicht mehr zu übersehen: Eine neue Generation von Do-it-yourself-Aktivisten nutzt die postfordistische Stadt als Labor für soziale, politische, ökologische und ästhetische Experimente. Ob im Gemeinschaftsgarten oder im FabLab, ob in Offenen Werkstätten oder bei Tausch-Events - überall hinterfragen die Protagonistinnen und Protagonisten das Verhältnis von Konsum und Produktion, problematisieren den Warencharakter der Dinge und des in ihnen eingeschlossenen Wissens. Dieser anspruchsvolle Bildband kombiniert visuelle Streifzüge durch die neuen urbanen Räume des Selbermachens mit anregenden Zeitdiagnosen. Die Beiträge veranschaulichen: Die jungen Urbanen setzen nicht auf Opposition, sondern folgen dem Bedürfnis nach "echter Demokratie", indem sie (Atmo-)Sphären des Teilens und Tauschens schaffen. Sie praktizieren kollaborativen Konsum und bespielen den öffentlichen Raum nach Commonisten-Art.
Ute Scheub im Commons-Glück: Geradezu euphorisiert stellt die Rezensentin diesen Fotoband über die florierende urbane Commons-Szene vor, die sich mit Vernetzung und Besetzung des öffentlichen Raums samt seiner Ressourcen dem individuierenden Marktliberalismus unter dem Motto "Do it together" entgegen stellen. Zu bewundern gibt es hier etwa gemeinschaftliche Gärten an ungewöhnlichen Orten oder Repair-Cafés, in denen alte Technik repariert oder einem neuen Zweck zugeführt wird - es lebe also der "Commonismus", der sich vom althergebrachten Kommunismus in dreierlei Hinsicht unterscheidet, wie die Rezensentin feststellt: Flexibilität statt Dogmatismus, Alltagspraktikabilität statt Vertröstung aufs kommunistische Paradies sowie Schonung von Ressourcen durch bewusste Nutzung. Bei soviel Improvisier- und Aufbruchsgeist möchte Scheub am liebsten gleich selber in die Werkzeugkiste greifen und fröhlich drauflos "bausteln", nicht ohne allerdings noch kurz davor mäkelnd darauf hinzuweisen, dass die Herausgeber des Bandes auch bei den ungleichmäßig gesetzten Bildunterschriften und der eigentümlichen Sortierung im Index vor dem Improvisieren offenbar nicht halt gemacht haben.
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