Lässt sich eine gute Zukunft durch Effizienz, Expansion und elaborierte Technik erreichen? Fred Luks kritisiert eine überzogene Orientierung an ökonomischen Leitbildern und veranschaulicht, wie sie im Gegenteil die Zukunftsfähigkeit westlicher Gesellschaften bedrohen. Stattdessen positioniert er die Großzügigkeit im Raum zwischen Technikeuphorie, Verzichtsmoralismus und Resignation und widmet sich ihren Auswirkungen auf verschiedene Themenfelder: Klima, Welthandel, Tierwohl, Digitalisierung und Selbstoptimierung. Diese Neuordnung des Diskurses zeigt, wie ein friedliches gesellschaftliches Zusammenleben möglich ist - auch über den Tellerrand der Nachhaltigkeit hinaus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2024
Der Ökonom Fred Luks plädiert in seinem neuen Buch für einen wirtschaftlich-gesellschaftlichen Mittelweg zwischen "Ausschweifung und Achtsamkeit", erklärt Rezensentin Hanna Decker. Viele Bücher gibt es schon, die sich mit der Krise beschäftigen, die zwischen ökonomischen und nachhaltigen Überlegungen hin- und herschwanken, weiß sie, aber Luks verfolgt einen speziellen, für sie manchmal nicht ganz vollständig nachvollziehbaren Ansatz: Wir können "nicht ohne Verschwendung", ist er überzeugt, aber dort, wo es möglich ist, sollten Nachhaltigkeitsziele durchaus eingehalten werden. Es geht ihm darum, ein Maß zu finden, so die Kritikerin. Es sei ihm wichtig, dass wirtschaftliche und soziale Fragen gemeinschaftlich angegangen werden. Dabei schlägt er große Bögen auch zu kulturellen und juristischen Überlegungen, die Decker zwar nicht vollumfänglich überzeugen, sie aber doch zum fundierten Nachdenken anregen.
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