Andrea Bajani

Liebe und andere Versprechen

Roman
Cover: Liebe und andere Versprechen
dtv, München 2012
ISBN 9783423249188
Broschiert, 340 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Pietros Liebesbeziehung zu Sara zerbricht. Zur selben Zeit stirbt sein Großvater, den die Familie viele Jahre lang totgeschwiegen hatte. Pietro spürt, dass es an der Zeit ist, einen Blick zurück zu tun. Aus purer Neugier klingelt er an der Tür der Wohnung, in der er aufgewachsen ist. Die Begegnung mit dem jetzigen Mieter setzt in Pietros Leben einiges in Bewegung: Er erkennt, dass erst die Gespenster der Vergangenheit besiegt werden müssen, bevor eine Zukunft denkbar werden kann...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.07.2012

Maike Albath ist nach der Lektüre von Andrea Bajanis neuem Roman etwas unbefriedigt. In "Liebe und andere Versprechen" geht es um Vergangenheitsbewältigung, fasst sie zusammen. Der Grundschullehrer Pietro erfährt vom Tod seines Großvaters Mario, der spät und traumatisiert aus dem Russland-Krieg zurückgekehrt war. In zwei verwobenen Erzählsträngen erzähle Bajani die Geschichten von Pietro und Mario. Die Psychologie der Figuren sei zwar einleuchtend, das Thema des Buches wichtig und habe bisher zu wenig Beachtung gefunden, schreibt die Rezensentin. Bajani habe auch einige schöne Ideen gehabt, aber die Geschichte ist Maike Albath häufig zu glatt, die Sprache nicht besonders genug, sie bietet ihr zu wenig Reibung. Auf jeden Fall gehe Bajani aber über die "unterhaltsamen Befindlichkeitsstudien" seiner Altersgenossen hinaus, lobt die Rezensentin aller Kritik zum Trotz.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2012

Für Rezensent Niklas Bender ist Andrea Bajani längst einer der "spannendsten" jungen Autoren Italiens. Auch in seinem neuen Roman "Liebe und andere Versprechen" kann sich der Kritiker von der Bildgewalt und der nonchalanten Eleganz des Autors überzeugen. Bajani erzählt hier die Geschichte von Pietro, der nach dem Zerbrechen seiner kinderlos gebliebenen Beziehung die Bekanntschaft mit Olmo, einem ehemaligen Freund seines geistig verwirrten Großvaters macht. Der Rezensent begleitet Pietro nicht nur bei seinen nostalgischen Erinnerungen, sondern auch in ein finsteres Kapitel der italienischen Geschichte: Olmo und Pietros Großvater waren Soldaten in Russland, deren zwiespältiger Vergangenheit Pietro vor Ort nachspüren will. Dem Kritiker erscheint Bajani als Zauberer, der nicht nur wissenschaftlich präzise, sondern zugleich voller Poesie zu erzählen vermag.
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