Aus dem Italienischen von Peter Klöss. Bla Bla Bla ... das ständige Geplapper seiner Freundin und die nervtötende Dauerbeschallung im Einkaufszentrum werden ihm auf einmal zuviel. Nur noch abhauen will er. Untertauchen in der Anonymität. Nichts leichter als das: Er mietet sich irgendwo in der Peripherie der fremden Stadt ein karges Zimmer und lässt sich fortan ohne Ziel und Zeiteinteilung vom Großstadt-Rhythmus treiben. Auf der Straße wird ihm ein Gratishaarschnitt versprochen. Doch die beiden Pfeil-Tattoos über den Schläfen, die ihm der Friseur zusätzlich macht, waren nicht umsonst. Das im Supermarkt gekaufte Fertiggericht "all`italiana" schmeckt nach Mülldeponie. - Reiche und Arme, Penner und Polizisten, Straßenkids und Berufstätige kreuzen den Weg des Ich-Erzählers, der in die Schattenwelt der Stadt hinabsteigt und in der Einsamkeit und Anonymität zunehmend verwahrlost. Bis zum großen Finale auf dem Rave.
Franz Schuh hat nach eigenen Angaben "das Buch gern gelesen, weil es überhaupt keinen Humor hat". Anders als viele Romane handelt es auch nicht von Beziehungen, sondern vor allem vom Bla Bla Bla der Menschen, der wortreichen und doch nichtssagenden Kommunikation, der es zu entrinnen gilt. Dumm ist nur, dass in dieser zivilisierten Welt gerade diejenigen auf den Hund kommen, die dies erkennen und sich dem Zwang der Bla-Kommunikation entziehen: "Die Lüge der Angepassten konfrontiert der Held todernst mit seiner Verwahrlosung". Schuh fühlt sich hier an eine Wortschöpfung von Günther Anders erinnert, der von einem `Masseneremiten` sprach. Aber das Buch scheint keineswegs nur todernst zu sein. Die Passagen, die Schuh zitiert, zeichnen sich vor allem durch die Mischung von Verzweiflung, Komik und punktgenauer Diagnose aus. Und gerade dies scheint dem Rezensenten auch an diesem Buch gefallen zu haben.
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