Andreas Bummel, Jo Leinen

Das demokratische Weltparlament

Eine kosmopolitische Vision
Cover: Das demokratische Weltparlament
J. H. W. Dietz Nachf. Verlag, Bonn 2017
ISBN 9783801204921
Taschenbuch, 464 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

In atemberaubendem Tempo schreitet die Verflechtung der Welt voran. Die globalen Herausforderungen unserer Zeit überfordern die Nationalstaaten. Die Menschheit befindet sich in einer entscheidenden Phase - nach der Entstehung der Demokratie in den antiken Stadtstaaten Griechenlands und ihrer Ausweitung auf die modernen Territorialstaaten im 18. Jahrhundert steht nun der nächste Schritt bevor: eine demokratische Weltrevolution und ein Parlament der Menschheit. Denn die politische Entwicklung der Menschheit ist nicht vorbei. Für eine friedliche, gerechte und nachhaltige Weltzivilisation ist ein evolutionärer Sprung zu einer föderalen Weltrepublik erforderlich. Im Mittelpunkt dieses Projekts steht der Aufbau eines demokratischen Weltparlaments. Vor dem Hintergrund der Problematik der Moderne beleuchtet dieses Buch die Geschichte, Relevanz und Umsetzung einer kosmopolitischen Idee, die aktueller nicht sein könnte.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.05.2017

Rezensent Gerrit Wustmann hat Jo Leinens und Andreas Bummels passioniertes Plädoyer für ein "demokratisches Weltparlament" mit großem Interesse gelesen. Mit profunder Kenntnis und zahlreichen Details erzählen ihm Leinen, Mitglied des EU-Parlaments, und Bummel, Aktivist und Gründer der NGO "Democracy Without Borders", nicht nur die Geschichte der Demokratie von der Stoa bis Kant nach, sondern legen auch überzeugend dar, weshalb sie eine globalisierte Demokratie für notwendig halten. Das fehlende Vertrauen der Bürger in den UN-Sicherheitsrat mit seinem "anachronistischen Vetorecht" können die Autoren nachvollziehen, die Gremien erscheinen ihnen "elitär" und "bürgerfern", zudem kritisieren sie global agierende Konzerne, die sich durch Steuerflucht der Finanzierung der Gemeinschaft und der demokratischen Kontrolle entziehen, informiert der Rezensent. Auch Leser, die den Ausführungen nicht zustimmen werden, finden hier vertiefendes Hintergrundwissen und interessante Einsichten, versichert Wustmann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.05.2017

Für Wolfgang Freund kann Jo Leinens und Andreas Bummels Weltparlament gerne kommen. Als Utopie natürlich nur, denn für jede Widerlegung durch reale Ereignisse wird in dem Fall nicht gehaftet, weiß Freund. Die kosmopolitische Vision des Europapolitikers Leinen und Bummels, der laut Rezensent Mitglied des World Federalist Movement-Institute for Global Policy ist, greift weit aus, meint Freund, von Stoa bis Kant, von der Antike bis in die Zukunft. Wenn die Autoren unterwegs alle nur erdenklichen Entwürfe von Transkontinentalität und -kulturalität streifen, sieht Freund zwar den Wunsch als Vater des Gedankens, das Buch findet er dennoch lesenswert und wichtig, zumal es gut geschrieben ist, wie er meint. Die leserunfreundlichen Quellennachweise am Ende des Bandes nimmt der Rezensent zähneknirschend hin.
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