Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebten über eine halbe Million ehemalige SS-Angehörige in Westdeutschland. Obwohl die SS als Organisation für die schlimmsten NS-Verbrechen verantwortlich war, konnten sich die allermeisten ihrer Mitglieder lautlos und ohne Probleme in die bundesrepublikanische Gesellschaft integrieren. Diese Diskrepanz führte in der Öffentlichkeit der Bundesrepublik allerdings immer wieder zu Skandalen um SS-Vergangenheiten einzelner Personen sowie zu Diskussionen über die Grenzen der Integration und den Umgang mit NS-Tätern. Andreas Eichmüller untersucht in seiner Studie diese Debatten und die darin vorherrschenden Bilder der SS in ihren Ausprägungen und Veränderungen bis in die 1980er Jahre.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2019
Joachim Scholtyseck hält die am Institut für Zeitgeschichte München entstandene Arbeit von Andreas Eichmüller für bedeutsam. Das Bild der SS im Wandel der Zeit kann ihm der Autor dank akribischer Recherche veranschaulichen. Bis 1985 verbucht Eichmüller laut Rezensent verschiedene Hochphasen der Debatte, vom frühen, oft politisch motivierten Verständnis für die "Waffenträger unseres Volkes" bis zu den strengeren Maßstäben späterer Generationen. Inwieweit historisches Wissen oder moralische Beurteilung für den Wandel bis in die Jetztzeit verantwortlich sind, bleibt für Scholtyseck aufgrund des zeitlichen Rahmens der Arbeit leider unbeantwortet.
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