Aus dem Persischen von Susanne Baghestani. Die Iranerin Parsua Bashi kehrte im letzten Sommer nach sechs Jahren im Westen nach Teheran zurück. In ihren Essays berichtet sie nun von ihrem Leben dort Islamische Republik, Gottesstaat, Atommacht im Westen kennt man den Iran vornehmlich unter Schlagwörtern. Doch dieses widersprüchliche Land ist mehr als politische Unterdrückung, Rückständigkeit und Fanatismus. Das Selbstverständnis der heutigen Iraner ist weltoffen, modern und aufgeschlossen. Die jungen Frauen kommen der Kopftuchpflicht mit ironischer Distanz und modischem Selbstbewusstsein nach. Das Bildungsniveau ist zumindest in den Städten hoch. Eine wissbegierige Jugend rappt auf Persisch, geht auf Partys und ist nicht zuletzt bereit, für ihre Rechte zu kämpfen, wie durch die Proteste gegen die Präsidentschaftswahl im Juni 2009 auf eindrückliche Weise sichtbar wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2010
Fünf Jahre hat die Autorin und Grafikerin Parsua Bashi in der Schweiz gelebt, dann kehrte sie zurück in ihre Heimat nach Teheran. Von dort berichten nun die in diesem Band gesammelten Briefe. Es entsteht kaleidoskopartig ein vielfältiges Bild, das die Widersprüche des Lebens im Gottesstaat, wie Anja Hirsch lobt, immer wieder zur Anschauung bringt. Es wird von aufmüpfigen Frauen erzählt und Blondinen mit Nasenoperation. Um heimliche Weinbrauerei geht es und um Bashis Tochter, die wenig von den "dafs? hält, reichen Frauen ohne Aufgabe in ihrem Leben. Die grüne Bewegung kommt ebenso vor wie die Schwierigkeit, emanzipierte Ansichten auch durchzuhalten. Sichtlich hat die Rezensentin das gerne und mit Gewinn gelesen.
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