Während des "Dritten Reichs" überlebten fast alle deutschen Autoren von Rang nur dank der Tatsache, dass es ihnen gelang, irgendwo Zufluchtsorte zu finden: wie Thomas und Heinrich Mann in den USA oder Anna Seghers in Mexiko. Einige von ihnen vermochten es, trotz der widrigen Bedingungen durch Flucht und Verfolgung, oft unter Lebensgefahr, Werke von Weltgeltung zu verfassen. Weniger bekannt ist, dass die beiden Freunde Bertolt Brecht und Lion Feuchtwanger auch unter den erschwerten Möglichkeiten des Exils ihr Arbeitsbündnis fortsetzen konnten. Erst in Frankreich und Dänemark, dann als sie unter Lebensgefahr vor der deutschen Wehrmacht in die USA geflohen waren und sich in der Nähe von Hollywood niederließen. Feuchtwanger wurde in Frankreich in einem Konzentrationslager interniert und entkam nur knapp über Schmugglerpfade nach Portugal. Brechts Mutter Courage und Galilei oder Feuchtwangers Geschwister Oppermann und eben auch Exil sind literarische Zeugnisse dieser Erlebnisse.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.01.2017
Wilhelm von Sternburg hat leider nur wenig zu sagen über Andreas Rumlers Essay "Exil als geistige Lebensform". Wie der Autor das Arbeitsbündnis, die Schriftststellerfreundschaft zwischen Brecht und Feuchtwanger einschätzt (kollegial, produktiv), fasst der Rezensent zwar zusammen und nennt das Buch gut recherchiert. Das Drama des Exils, von dem der Autor laut Sternburg auch berichtet, wird in der Besprechung allerdings nicht behandelt und auch nicht die Frage, was Exil als geistige Lebensform eigentlich meint.
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