Andreas Urs Sommer

Friedrich Nietzsches 'Der Antichrist'

Ein philosophisch-historischer Kommentar
Cover: Friedrich Nietzsches 'Der Antichrist'
Schwabe Verlag, Basel 2000
ISBN 9783796510984
Gebunden, 783 Seiten, 75,67 EUR

Klappentext

Wer Nietzsches Philosophie verstehen will, muss seinen "Antichrist" (1888) verstehen. Der umfassende Kommentar von Andreas Urs Sommer unternimmt unter Berücksichtigung der von Nietzsche benutzten Quellen eine minutiöse philosophisch-historische Analyse dieses hervorstechenden Werkes. Sommers "Antichrist"-Kommentar trägt nicht nur zum Verständnis von Nietzsches spätem Philosophieren bei, sondern sucht durch Nietzsches Antichrist auch das moderne Christentum zu verstehen. Denn dieses ist vom Nietzsche-Trauma zutiefst gezeichnet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2001

Trotz einiger Kritikpunkte bewertet Kurt Flasch dieses Buch in seiner sehr inhaltsreichen Rezension als "außergewöhnlich gut". Dies liegt vor allem an Sommers Konzept, bei seinem Kommentar "Punkt für Punkt" am Originaltext zu bleiben. Und so erläutere der Autor zu jedem Paragrafen nicht nur das jeweilige Hauptargument Nietzsches, sondern werfe auch einen Blick auf den Argumentationsweg, die Rhetorik und auch auf Quellen, "historische Details" und ähnliches. Von dieser Methode ist Flasch ausgesprochen angetan, wird doch seiner Ansicht nach dadurch vom Autor vermieden, nolens volens ein eigenes philosophisches System zu "zimmern". Großes Lob äußert er außerdem über das enorme Hintergrundwissen Sommers, der in seinen Kommentar u. a. auch bisher unveröffentlichtes Material von Nietzsches Freund Overbeck mit einbezieht und sich auch in der Theologie des 19. Jahrhunderts bewandert zeige. Und trotz seiner enormen Länge findet Flasch den Kommentar in keiner Weise überladen, im Gegenteil: es herrscht "Disziplin und Urteilsfähigkeit (...), Genauigkeit, Gelehrtheit und Witz". Lediglich Sommers vielfache Hinweise darauf, dass Nietzsche hier nicht wissenschaftlich vorgegangen ist, findet Flasch störend, weil das ohnehin offenkundig sei. Und auch die Ironie Nietzsches scheine dem Autor bisweilen entgangen zu sein.

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