Aus dem Polnischen von Agnieszka Grzybkowska. Der 1920 im ostgalizischen Kolomea geborene und seit 1941 in Berlin lebende ukrainische Historiker und Journalist Bohdan Osadczuk zieht eine Bilanz seines außergewöhnlichen Lebens. Seit den fünfziger Jahren war Osadczuk unter dem Pseudonym Alexander Korab Osteuropa-Kommentator der "Neuen Zürcher Zeitung" und des Berliner "Tagesspiegels", ferner einer der wichtigsten Mitarbeiter der polnischen Exilzeitschrift "Kultura". 1966 wurde er Professor an der Freien Universität Berlin. In dem vorliegenden Buch erzählt Osadczuk in Gesprächen mit den Herausgebern von seiner Kindheit in Polen vor dem Zweiten Weltkrieg, seiner Jugend in Berlin während des Dritten Reiches und seinem Journalisten-Leben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.07.2004
Der Rezensent mit dem Kürzel "R. St." freut sich, dass mit diesem Buch das "außergewöhnliche Leben und Wirken" Bohdan Osadczuks gewürdigt wird. Er lobt, dass es den Herausgebern Kerski und Kowalczyk in ihrem Gesprächsband auf "angenehme Weise" gelungen sei, Osadczuks Lebensweg nachzuzeichnen. Osadczuk hat - zum Teil unter dem Pseudonym Alexander Korab - jahrzehntelang von Westberlin aus das politische Geschehen in Osteuropa journalistisch beobachtet, besonders in Polen und der Ukraine. Mit seinen Artikeln in der NZZ, die ob ihrer Informiertheit für Verblüffung sorgten, hat Osadczuk dem Rezensenten zufolge "Agenten aus aller Herren Ländern vor Neid um seine Kenntnisse erblassen" lassen. Dieser Gesprächsband zeigt dem Rezensenten, dass Osadczuks Leistung sich nicht aus speziellen Quellen speiste, sondern vielmehr aus genauer "Analyse und Synthese" zugänglicher Informationen entsprang.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…