Andrzej Stasiuk

Beskiden-Chronik

Nachrichten aus Polen und der Welt
Cover: Beskiden-Chronik
Suhrkamp Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783518429297
Gebunden, 303 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall. Andrzej Stasiuk, den es zuletzt immer stärker in die Ferne zog, richtet seinen Blick in der Beskiden-Chronik auf die nähere Umgebung: das heimatliche Polen, hier und heute. Ein Land, das sich auf eine ungeahnte Weise verändert. Ausgehend von seinem Dorf in den Beskiden, einer Bergregion an der Grenze zur Slowakei, nimmt er die Gegenwart in Augenschein. Der Band versammelt Feuilletons und poetische Miniaturen, die Stasiuk zwischen 2013-2018 für die Wochenzeitschrift Tygodnik Powszechny geschrieben hat. Darin kommentiert er polnische Belange und jene der Welt, die großen Tendenzen der Politik wie die kleinen Begebenheiten des alltäglichen Lebens. Und manchmal entzieht sich Stasiuk dem Auftrag seines Redakteurs und verschreibt sich dem Reisen, nach Russland, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan, oder der Natur, den Schafen, dem Wind. Die Stücke der Beskiden-Chronik werfen ein oft ironisches, provokantes Schlaglicht auf polnische Belange und jene der Welt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 03.07.2020

Rezensent Marko Martin warnt die Leser*innen davor, von dieser Feuilleton-Sammlung hauptsächlich die Kritik an der Warschauer Regierung zu erwarten, für die der Autor hinlänglich bekannt ist. Sie können stattdessen miterleben, wie Andrzej Stasiuk den Provinz-Alltag in den Beskiden erkundet, um die Sorgen seiner Mitbürger*innen besser nachvollziehen zu können, so Martin. Laut ihm erweist sich der Autor dabei als einfühlsamer Mensch und beweist, dass literarische Notate nicht immer "dunkel dräuend" daherkommen müssen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.06.2020

Dem Rezensenten Norbert Mappes-Niediek zufolge versprühen die 76 Kolumnen von Andrzej Stasiuk, die dieser Band versammelt, eine "elegante Ratlosigkeit": Polen erscheint in ihnen als zwischen hohlem, westlichem Liberalismus und dem Getöse der eigenen Machthaber unentschlossenes Land, dessen Stimmung Stasiuk am besten mit seinen kargen Landschaftsbeschreibungen einzufangen versteht, so Mappes-Niediek. Auch wenn die kleinen Spitzen des Autors des Kritiker zufolge langwierige politische Erklärungen ersetzen können, ist der Rezensent nicht sicher, ob es ein Buch mit so vielen ähnlichen Zeitungsfeuilletons geben muss.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.04.2020

Rezensentin Ilma Rakusa gerät ins Schwärmen über Andrzej Stasiuks kurze Prosastücke über Leute und Landschaften, Tier und Bäume, Schafkötel und den LED-blinkenden Schrecken der Zivilisation. Auch über polnische Politik schreibt der Autor laut Rakusa. Am besten aber gefällt er ihr, wenn er auf Reisen geht, das Große im Kleinen entdeckt, die graubraune kasachische Steppe zum Glänzen bringt und seinem Pantheismus die Sporen gibt. Ein Buch der Stunde für Rakusa, das uns die Welt erschließt, die uns im Augenblick verschlossen ist.