Aus dem Russischen von Valerie Engler und Eveline Passet. Das Buch vom Kaspischen Meer ist die vielschichtige Reportage eines durch Raum und Zeit reisenden Schriftstellers auf der Suche nach dem Wesen des größten Sees der Erde und seiner Anrainerländer Kasachstan, Turkmenistan, Iran, Aserbaidschan und der russischen Republik Dagestan. In historischer Tiefenbohrung und persönlichen Begegnungen lotet er die zeitlichen und physischen Bewegungen in einem uns kaum bekannten Raum aus, der sich vom Kaukasus im Westen und der unermesslichen Steppe im Osten, dem Elburs-Gebirge im Süden und dem Wolgadelta im Norden erstreckt. Dieses geopoetische Werk macht das Kaspische Meer als ein die Kulturen trennendes Gewässer verstehbar.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.07.2019
Rezensent Burkhard Müller verzeiht dem Reiseschriftsteller Wassili Golowanow den Verzicht auf Bildmaterial, wenn der Autor die Ufer des Kaspischen Meers bereist. Dass es dabei in katastrophale Gegenden geht, den Autor der Gram (privater wie vaterländischer) packt und Golowanow die Moderne mit Tolstoi als dekadentes Projekt abkanzelt und einen emotionalen, blumigen Stil pflegt, muss Müller erst einmal verarbeiten. Die Zuneigung des Autors für die Menschen in Dagestan und die Freundlichkeit der Leute, die ihm begegnen, lässt Müller allerdings aufatmen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 17.06.2019
Rezensent Uli Hufen ist wütend auf den Moskauer Reiseschriftsteller Wassili Golowanow. Einerseits weiß er um Golowanows Fähigkeit, zu beobachten und Geschichten zu erzählen, und schon die Naturbeschreibungen im Buch lohnen die Lektüre, meint er. Andererseits geht laut Hufen der Kulturpessimist mit dem Autor durch, wenn er die Verkommenheit des Westens zu ergründen sucht und dem Leser den "Orient" als Alternative zu verkaufen versucht. Achtlos schon Golowanows Art, vom "Orient" oder von "den Turkmenen" zu sprechen, findet Hufen. Doch abgesehen von den politischen Einlassungen des Autors lohnt die Lektüre durchaus, versichert er.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2019
Stephan Wackwitz lernt viel über die Gegend ums Kaspische Meer aus dem Buch des russischen Reiseschriftstellers Wassili Golowanow. Wie der Autor subjektive Erfahrungen und historische Exkurse über den kreuz und quer bereisten Kulturkreis mischt, vom Gelingen und Scheitern des Dialogs der Kulturen berichtet, mal elegant dialogisch, mal disparat, stets rührend und spannend das geopolitisch Große im eigenen Innenleben spiegelnd, scheint Wackwitz lesenswert. Den Autor in seiner wilden Abenteuerlust findet er höchst sympathisch.
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