Aus dem Englischen von Marieke Heimburger. Wie weit würden wir gehen, um unsere schamvollsten Geheimnisse zu bewahren? In der Kleinstadt Miracle Creek in Virginia geht ein Sauerstofftank in Flammen auf. Zwei Menschen sterben - Kitt, die eine Familie mit fünf Kindern zurücklässt, und Henry, ein achtjähriger Junge. Im Prozess wegen Brandstiftung und Mord sitzt Henrys Mutter Elizabeth auf der Anklagebank. Und die Beweise sind erdrückend. Hat sie ihren eigenen Sohn ermordet? Während ihre Freunde, Verwandten und Bekannten gegen sie aussagen, wird klar: In Miracle Creek hat jeder etwas zu verbergen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2020
Rezensentin Katrin Doerksen sieht Angie Kim nach, dass die Sätze in ihrem Roman nicht lange nachhallen. Sprachlich, so Doerksen, fließt es "geschmeidig dahin", ohne Risiko. Wichtiger scheint der Rezensentin das Miteinander der Sätze, das ein ausgeklügeltes wie märchenartiges Whodunnit ergibt um einen Prozess um eine mörderische Explosion in einem Dorf in Virginia. Darüber hinaus reißt der Text andere Themen an: Autismustherapie, die Lebensrealität asiatischer Migranten in den USA, Rassismus. Wie kenntnisreich die Autorin darüber schreibt, wie sie es strukturiert und wie empathisch sie die Figuren begleitet, die laut Dörksen sämtlich Schuld auf sich geladen haben, findet die Rezensentin souverän.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 16.05.2020
Rezensentin Sonja Hartl bewundert die Empathie, mit der Angie Kim ihren Figuren begegnet. In Ihrem Kriminalroman erzählt die Autorin davon, wie in Virginia eine Mutter als Verursacherin der Explosion einer Sauerstofftherapiekammer angeklagt wird, bei der auch ihr 8-jähriger autistischer Sohn ums Leben kam. Dabei diene der Gerichtsprozess der Autorin als Aufhänger, um aus verschiedenen Perspektiven aus dem Leben koreanischer Einwandererfamilien und von kleinen Lügen und Selbstillusionen zu erzählen, meint Hartl. Nicht die autobiografischen Parallelen, sondern Kims Mitgefühl für ihre Figuren, vor allem Frauen, beeindruckt die Rezensentin dabei besonders. Ein "vielschichtiger" Roman über die Themen Einwanderung und Mutterschaft, schließt Hartl anerkennend.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.05.2020
Rezensentin Sylvia Staude findet Angie Kims Debütroman aufsehenerregend. Wie spannend, genau, mühelos und sensibel die Autorin die Themen Leben mit einem behinderten Kind, Rassismus und Männerdominanz zusammenbringt in einer Art Whoddunit samt Cliffhangern, findet Staude stark. Direkte Rede, Multiperspektivik und ein "tadelloser Bau" machen den Roman für Staude so souverän und lesenswert.
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