Afrika blieb das Sehnsuchtsland der dänischen Baronin Tania Blixen, auch als sie ihren Lebenstraum einer Kaffeeplantage in Kenia "am Fuße der Ngong-Berge" nach 17 Jahren 1932 endgültig verloren geben musste. Ein noch größerer Schicksalsschlag war für sie das Scheitern ihrer leidenschaftlichen Liebe zu dem englischen Adligen Denys Finch Hatton und dessen früher Tod bei einem Flugzeugabsturz. Anita Albus' kluger und schöner Essay "Das Los der Lust" spürt den subtilen Mechanismen des Erinnerns, der Phantasie, des Mystifizierens nach, mit denen Tania Blixen in ihrem literarischen Werk die Schrecken des Schicksals für sich zu deuten versucht. Ihr lebenslanger Traum, "wie ein Vogel die Erde unter sich versinken zu sehen", war ihr oft genug Rettung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2007
Ein "kleines Denkmal" für Tanja Blixen erblickt Rezensent Roman Bucheli in diesem knappen Buch von Anita Albus. Obwohl er das "seltsame Buch" nicht wirklich einzuordnen weiß, hat es ihn überaus fasziniert. Dabei will er nicht einmal behaupten, nach der Lektüre mehr über Blixen zu wissen als zuvor. Jedenfalls nicht im "herkömmlichen Sinn". Dennoch gelingt es der Autorin seines Erachtens, ein "nie ganz fassbares und doch Konturen gewinnendes Bild" Blixens, ihrer Sehnsüchte, Lieben und ihres Schaffens zu zeichnen. Er attestiert Albus einen präzisen Umgang mit den Fakten und zugleich dem Herstellen der "verwegensten Bezüge". Immer wieder hat er zudem den Eindruck, Albus schildere hier die Züge einer Wesensverwandten. Insgesamt wird er nicht ganz schlau aus dem Buch, was ihn aber auch nicht weiter stört, weil das Buch auf eine "schöne Weise" rätselhaft bleibt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.05.2007
Auf wessen Lust der Titel anspiele, ist Rezensent Tobias Lehmkuhl nicht ganz klar, Thema jedenfalls seien die Vögel im Werk von Tania Blixen. Neben den realen gebe es da "imaginäre" zu bestaunen, aber letztlich gehe es Anita Albus in erster Linie um die Metaphorik des Vogelflugs. Beispielsweise wenn vom Vater als "Zugvogel" die Rede sei. Ein wenig neues Licht könne die Autorin mit diesem Blickwinkel auf Blixens Biografie werfen, auf die zweite Hälfte ihres Lebens, in der sie einen jungen dänischen Dichter unter ihre "Fittiche" genommen habe. Die Methode der Autorin beschreibt der Rezensent als "assoziativ" und insgesamt auf die "Vogelhaftigkeit" von Tania Blixen ausgerichtet, wenn auch keine These formuliert werde. Bei allen schönen Beispielen fragt sich der Rezensent allerdings, ob Anita Albus mit ihrem assoziativen Spiel "Bedeutsamkeit" nicht bloß "suggeriere".
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