Aus dem Französischen von Ina Kronenberger. Zwei Generationen, zwei Schicksale, Mann und Frau. Die Frau: Chloe, sitzen gelassen von ihrem Ehegatten. Der Mann: Pierre, ihr Schwiegervater. Und ausgerechnet dieser distanzierte, kühle Pierre nimmt Chloe mit in sein Landhaus und erzählt ihr von seinem lang gehüteten Geheimnis: von der großen Liebe seines Lebens, von heimlicher Untreue und von ungelebten Träumen. Es sind zwei gegensätzliche Schicksale, die Gavalda in ihrem bekannt lakonischen, pointierten Stil beschreibt: eine doppelte Liebesgeschichte - voller Lebensklugheit und Witz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.04.2003
Bei Sacha Verna konnte Anna Gavalda mit ihrem Debüt keinen großen Eindruck machen. Dabei findet die Rezensentin gar nicht so schlimm, dass sich diese Geschichte um die seelischen Tragödien einer verlassenen Ehefrau in einer "bourgoisen Nonchalance ohne besonderen Charme" verliere, es stört sie allerdings, dass man dies von vornherei ahnen könne. Die Protagonistin plaudere das ganze Buch über in Sprechblasen entweder mit sich selbst oder mit ihrem Schweigervater, der, wie sich herausstellt, ebenfalls an einer unglücklichen Liebe laboriert, stöhnt Verna, die weder Inhalt noch Verlauf der Konversation überraschen konnte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003
Kurz und heftig, dieser Verriss von Stephan Maus. Auch Frankreich hat seine literarischen Fräuleinwunder, frotzelt er, die von der Literaturkritik gehypt würden. Im Falle Anna Gavalda muss er die "Sprechblasen" der französischen Kollegen leider zum Platzen bringen. "Genial" findet Maus an diesem Roman nämlich gar nichts. Und dann legt er los: Möchte er ein Buch lesen, das von einer verlassenen Ehefrau mit zwei kleinen Kindern handelt, die zu ihren Schwiegereltern flüchtet und sich von ihrem weisen Schwiegervater therapieren lässt? Maus möchte nicht. So funktionieren Schundromane, schimpft er. "Ich habe sie geliebt" ist ein banales Kammerspiel mit den Töchtern als putzigen Statistinnen, wettert Maus weiter. Gavaldas dürre Sprache könne man auch bei allem Wohlwollen nicht als "ausdruckstarke Lakonie" bezeichnen. Das einzige Stilmittel, das diese Autorin beherrsche, sei die Absatztaste.
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