Anne Richter

Unvollkommenheit

Roman
Cover: Unvollkommenheit
Osburg Verlag, Hamburg 2019
ISBN 9783955101978
Gebunden, 300 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

"Die Unvollkommenheit des Menschen machtden Unterschied, die schwankenden Stimmungen undscheinbar herkunftslosen Eingebungen."Im Oktober 1988 trifft Marc Weber in Jena ein, wo er sein Studium der Mathematik beginnen will. Unverhofft gerät er in oppositionelle Kreise und begegnet Paul, der ebenfalls Mathematik studierte, aufgrund seiner widerständigen politischen Haltung exmatrikuliert wurde und verbotene Konzerte gibt. Die Freundschaft mit Paul bringt den bislang eher angepassten Marc in existentielle Konflikte. Aber er lernt durch Paul auch Hanka kennen, seine erste große Liebe. Dann kommt der politische Umbruch, er treibt die drei in verschiedene Richtungen: Hanka geht auf Weltreise, Paul nimmt in Hamburg sein Studium wieder auf, Marc bleibt in Jena. Als er Paul einige Zeit darauf in Hamburg besucht, scheint es, als habe sich der ehemalige Oppositionelle - nun anerkannter Mathematiker und mit einer ebenso erfolgreichen Frau zusammenlebend - in einem bürgerlichen Leben eingerichtet. Zufällig entdeckt Marc jedoch, dass Paul weiterhin komponiert, und es wird ihm klar, dass der Freund voller Zweifel an seinem etablierten Leben ist. Marc fragt sich, wie viel von Pauls rebellischem Geist noch übrig ist und fordert ihn heraus, indem er Paul und seine Freundin einlädt, im Sommer mit ihm und Hanka nach Rumänien zu kommen, in ein Land im Übergang, in dem sich noch vorhandene Spuren der Diktatur mit neuen kapitalistischen Ansätzen mischen. Ihre gemeinsame Reise verläuft dann ganz anders als geplant, sie führt zu großen Spannungen und treibt am Ende einen Keil zwischen Marc, Paul und Hanka. Jahre später erhält Marc, inzwischen arrivierter Banker und Risikomanager, einen Anruf von Paul, der nun wieder allein und in prekären Verhältnissen lebt. Seine Arbeit als Mathematiker hat er aufgegeben. Währenddessen schreitet die Finanzkrise unaufhörlich voran und die beiden begegnen sich unter vollkommen veränderten Vorzeichen. Nur Hanka spielt in beider Leben immer noch eine Rolle.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 20.09.2019

Ärgerlich findet Cornelius Wüllenkemper Anne Richters Wenderoman. Die Geschichte dreier in der DDR aufgewachsener Freunde zwischen 1988 und 2008 erzählt ihm die Autorin, ohne aufschlussreiche Figuren oder Szenen zu entwickeln. Die Figurenzeichnung erscheint ihm grob und klischeehaft, die Handlung schematisch, die Dialoge konstruiert und die Komposition insgesamt schwach. Das Ende findet Wüllenkemper einfallslos.

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