Piper Verlag, München 2026
ISBN
9783492074612 Gebunden, 400 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Der erste Fall für Lou & König: Kriminalkommissar Alfred König bekommt es im Hungerwinter 1946/47 mit einer Frauenleiche im Schnee zu tun. Die junge Fotografin Lou Faber hat die Tote in den Ruinen gefunden und trägt mit ihren Fotos unfreiwillig zur Ermittlung bei. Während Heiligabend näherrückt, lassen Lou die gefalteten Hände der Toten nicht los. Mit ihrer Intuition hilft sie König und ahnt bald, dass hinter seinem Schweigen ein Geheimnis steckt, das sie verbindet. Der Fund weiterer Leichen setzt die Ermittler unter Zeitdruck und weist in eine neue Richtung, zurück in die finstere Vergangenheit.
Es fröstelt in Anne Sterns Auftakt zu ihrer neuen Krimireihe, und das nicht nur, weil das Buch im Winter spielt, konstatiert Rezensent Marko Langer. Es ist der Winter 1946/47, das etwas klischeehaft ungleiche Ermittlerduo Alfred König und Marielouise Faber ist auf je eigene Weise vom Krieg mitgenommen, als diverse Leichen im Schnee auftauchen, erfahren wir. Es stellt sich schnell heraus, dass es sich um Rache-Morde handele, die Nazi-Euthanasie spielt eine wichtige Rolle, erklärt Langer. Auch wenn er einige Längen und ungeklärte Fragen moniert, scheint ihn diese Geschichte in ihren historischen Verwicklungen interessiert zu haben.
Berlin 1946, die Stadt liegt in Trümmern, es ist kalt, Menschen, die anderen Unaussprechliches angetan haben, leben mit ihren früheren Opfern wieder in einer Stadt: Anne Sterns Krimi über die beiden Ermittler Marielouise Faber, genannt Lou, und Alfred König, mit seinem Nachnamen angesprochen, lässt den Rezensenten Elmar Krekeler nicht mehr los. In den Trümmern werden Ermordete gefunden, die Lou fotografiert: ihre Bilder sind wichtig für die Handlung, verrät Krekeler. Beide Protagonisten haben ihre Erfahrungen mit dem Nazi-Regime gemacht, das Justizsystem ist von Nazis unterwandert, andere nehmen Rache, resümiert der Rezensent. Er kann sich von diesem "geschmeidig geplotteten" Roman kaum noch losreißen.
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