Das Künstlerpaar Reinhold und Sabine Lepsius - Mitbegründer der Münchner und Berliner Sezessionen - markiert mit seinem Leben und Schaffen eine bedeutsame Scharnierstelle zwischen Tradition und Moderne. Als Spezialisten der Porträtmalerei, aber auch über ihren als geistig hochstehend gelobten Salon hatten sie aktiv teil an der Kunstblüte während der Zeit der Jahrhundertwende in der Reichshauptstadt, für die sie sich - besonders angezogen durch Max Liebermann - im Jahr 1892 entschieden hatten. Die vorliegende Untersuchung ist damit eine Wiederentdeckung des Lebens und Werks zweier Künstler, in denen die Möglichkeiten, aber auch die Widersprüche einer intellektuellen Elite des kaiserzeitlichen Berlin schlaglichtartig erhellt werden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.06.2004
Mit "gespannter Aufmerksamkeit" hat Rezensent Michael Thimann die Monographie der Kunsthistorikerin Annette Dorgerloh gelesen. Mit ihrer Darstellung von Leben und Werk des Berliner Malerehepaars Reinhold und Sabine Lepsius - bislang in der einschlägigen Literatur eher selten aufgegriffen - habe sie einen "wichtigen Beitrag" zur Berliner Kunst- und Geistesgeschichte um 1900 geliefert. Dorgerloh räumt nicht nur der gesellschaftlichen Rolle, die die beiden Impressionisten in Berlin gespielt haben, in ihrem Buch viel Raum ein. Überzeugend findet der Rezensent auch die "Darlegung des Werkprozesses". Der Leser erfährt zum Beispiel, dass das Ehepaar Lepsius selbstverständlich das damals eher verpönte Medium der Fotografie verwendete, um seine Porträts zu erstellen. Erstaunt registriert der Rezensent jedoch die Tatsache, dass Dorgerloh "nicht einmal den Versuch eines catalogue raisonée" unternommen hat, den sie aus den unterschiedlichen Werkslisten hätte erstellen müssen. Somit lässt die Autorin den Leser zwar zwei "Figuren der gebildeten Welt" um 1900 wiederentdecken, eine "wissenschaftliche Grundlage" aber fehlt ihrem Buch.
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