Diese interdisziplinäre Untersuchung erweist die Fernblicke Caspar David Friedrichs als singuläre Übertragung bedeutender Motive des philosophischen und religiösen Denkens des 18. und frühen 19. Jahrhunderts in die Malerei. Sein Kunstziel ist aufs engste mit der Metapher von den "Aussichten in die Ewigkeit" verbunden, die sich im Zuge der Aufklärung als äußerst ungewiss herausstellen. Der Autor untersucht die Gestaltungsmittel, Diskurselemente und Denkmotive, aus denen sich Friedrichs Bildräume aufbauen, in ihren Wechselbeziehungen zwischen bildender Kunst, Literatur, Ästhetik, Philosophie, Religion und Kunstkritik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.08.2005
Aufschlussreich, aber nicht völlig überzeugend findet Johannes Grave diese Arbeit Hilmar Franks über Caspar David Friedrich. Zunächst widme sich Frank den geistesgeschichtlichen Voraussetzungen und insbesondere dem Kunstkritiker Christian August Semler. Dabei finde er drei Kategorien, die ihm zur Beschreibung der Werke Caspar David Friedrich besonders geeignet erscheinen: die prinzipielle Standortgebundenheit des Sehens, die Metapher der Aussichten ins Unermessliche sowie die Lust an Deutungsspielraum und Sinnoffenheit. Mit Hilfe dieser Denkfiguren analysiere er Fernblicke und Rückenfiguren, mit denen die Aussichtsmetapher eine visuelle Entsprechung finde, sowie Bildpaare, die ihm als Ausdruck von Friedrichs Perspektivitätsdenken erscheinen. Grave lobt Franks Ausführungen zu den genannten Denkfiguren als "erhellend", seinen Blick auf Friedrichs Kunst als "sympathisch". Als problematisch erachtet er allerdings den weitgehenden Verzicht auf ausführliche Einzelanalysen und auf eine genauere Betrachtung von Studienpraxis und Werkprozess. Fraglich erscheint ihm, ob die für einen Teil des Oeuvres adäquate Aussichtsmetapher tatsächlich das eigentliche Zentrum von dessen Kunst ausmacht.
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