Annette Jensen, Ute Scheub

Glücksökonomie

Wer teilt, hat mehr vom Leben
Cover: Glücksökonomie
oekom Verlag, München 2014
ISBN 9783865816610
Gebunden, 320 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Forscher sind sich einig: Lebensfreude hängt immer weniger von Geld und Besitz ab. Wichtig für persönliche Glücksgefühle sind soziale Fähigkeiten wie Kooperieren, Teilen oder sich für andere einsetzen - und sie finden immer öfter Eingang in unsere Arbeitswelt und Gesellschaft. Die so entstehende Glücksökonomie greift die alte Wachstumswirtschaft nicht frontal an, sondern wuchert fröhlich in sie hinein, um Räume zu schaffen, in denen Teilen wichtiger ist als Besitzen. Die Autorinnen haben Menschen besucht, die ein völlig anderes Leben führen, und berichten aus der bunten Welt des befreienden Miteinanders, die durch das Internet enorm befeuert wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.05.2015

Anregend und lohnenswert findet Felix Ekardt dieses Buch von Annette Jensen und Ute Scheub, das er als Manifest für eine Ökonomie ohne Wachstum oder auch als "Bibel für linksalternative kapitalismuskritische Kreise" empfiehlt. Jensen und Scheub plädieren für ein kooperatives Wirtschaften in kleinen Räumen, das mehr Zeit für Freund und Familie lasse. Ekardt hegt gewisse Sympathien für den Ansatz der Autorinnen, teilt aber nicht ihre Schlussfolgerungen. Vor allem machten sie es sich seiner Ansicht nach zu einfach, wenn sie die Aussagen der Menschen für bare Münzen nehmen, sie wollten mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen, wenn sie bestreiten, dass Reichtum glücklich macht, und wenn sie nur die Kooperation, nicht jedoch den Wettbewerb als förderlich für das Gemeinwohl ansehen. Das Leben in der Kleinhorde kann auch ganz schön beengend sein, gibt Ekardt zu bedenken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.02.2015

Die ganze Palette der gemeinschaftlichen, ressourcenschonenden und menschenfreundlichen Projekte ist bereits ein zu alter Hut, um ihn sich gänzlich unkritisch aufzusetzen, findet Susanne Lenz. So sei Annette Jensens und Ute Scheubs "Glücksökonomie" zwar eine (bisweilen wortwörtlich) erschöpfende Aufzählung der fairen und grünen Produkten ("Turnschuhe mit gutem Karma"), meint die Rezensentin, aber die Autorinnen tauschen allzu oft die "quietschgrüne" Brille gegen eine rosarote ein, kritisiert Lenz, insbesondere wenn sie beanspruchen, mit ihrem Heilsversprechen die ganze Menschheit im Sinn zu haben, wobei sie systematisch all jene Menschen ausblenden, die keine Smartphone-Nutzer in Wohlstandsgesellschaften sind.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.11.2014

Annette Jensen und Ute Scheub wiederholen in ihrem Buch "Glücksökonomie" alte 'alternative' Alternativen zum Wachstumsparadigma des Kapitalismus, berichtet Maximilian Probst: teilen, wiederverwerten, selber machen, haushalten, fasst der Rezensent zusammen. Als großer Ermöglicher wird das Internet beschworen, was dann auch anhand vieler Beispiele von Airbnb bis Wikipedia demonstriert wird, so Probst. Das Problem an dieser "euphorischen Bestandsaufnahme begrüßenswerter Initiativen" ist, dass sie sich nicht mit den Problemen auseinandersetzen, die sich innerhalb des Kapitalismus zwangsläufig ergeben, auch wenn sie mit der ursprünglichen Intention nichts zu tun haben, erklärt der Rezensent. Eine etwas größere Skepsis hätte Jensens und Scheubs Argumentation gut getan, findet Probst, und in jedem Fall hätte sie ihr Buch spannender gemacht.
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