Mit dem Slogan "Wohlstand, Schönheit, Glück" wollte die SED-Führung der Bevölkerung in der DDR stetig steigenden Lebensstandard suggerieren. Doch es kam anders. Man stand solidarisch gemeinsam Schlange vor spärlich bestückten Läden mit oft kuriosen Produkten. Die DDR taumelte von einer Versorgungskrise in die nächste. Annette Kaminskys Buch liest sich streckenweise wie eine Realsatire, wenn auch vor einem ernsten politischen Hintergrund. Bei aller "Ostalgie" angesichts phantastischer Erfindungen wie der handbetriebenenen Waschmaschine "Herold", der "Streichgarn-Zellwolle" oder dem "Schaf aus der Retorte" mit dem schönen Namen "Wolpryla": dem Leser wird klar, welchen Anteil Konsum und Versorgung am Zusammenbruch der DDR haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.01.2002
Hartmut Berghoff hält das Buch, das eine Konsumgeschichte der DDR bietet, zwar für eine gute Einführung in das Thema. Auch lobt er es als "flüssig geschrieben". Etwas schade aber findet er, dass weder Forschungsliteratur diskutiert wird, noch sich die Autorin mit "Hintergründen" der politischen und wirtschaftlichen Lage der DDR beschäftigt. Dadurch, so der Rezensent enttäuscht, sei das Buch als Einstieg zwar brauchbar, für den Kenner habe es dagegen nicht allzu viel zu bieten
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2001
Die durch das Kürzel F.P. unterzeichnende Rezensentin begrüßt das Buch von Annette Kaminsky und schildert anekdotenhaft einige der Absurditäten der SED-Politik bezüglich der Konsumgüter in der DDR. Sie konstatiert, dass im Konsumverhalten eine systemsprengende Kraft innewohne, da der Wunsch, einmal so wie im Westen einkaufen zu können, das Ende der DDR mehr befördert habe, als alle politischen Forderungen. Die vielen Einzeldarstellungen, die jüngst zur Konsumgeschichte der DDR erschienen sind, seien von Kaminsky in einem kurzweiligen Buch zusammengefasst, das klarmache, wie die DDR im Alltag wirklich war und warum die DDR früher oder später untergehen musste.
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