Annette Zunzer (Hg.)

Marianne Ehrmann - Die Einsiedlerinn aus den Alpen

Cover: Marianne Ehrmann - Die Einsiedlerinn aus den Alpen
Paul Haupt Verlag, Bern 2002
ISBN 9783258063447
Gebunden, 345 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext



In ihren Zeitschriften widmete sich die in Rapperswil am Zürichsee aufgewachsene Schriftstellerin und Publizistin Marianne Ehrmann (1755-1795) der Bildung, Unterhaltung und Belehrung des weiblichen Geschlechts. Mit Erzählungen, Anekdoten, Glossen, fiktiven Gesprächen, Briefwechseln, Essays, Gedichten und Reisebeschreibungen boten sie und ihre Mitarbeiterinnen jeden Monat ein abwechslungsreiches Programm. Die "Einsiedlerinn aus den Alpen", die 1793 und 1794 erschien, war Ehrmanns zweiter publizistischer Versuch, zugleich aber die erste Frauenzeitschrift in der Schweiz, die von einer Frau in Eigenverantwortung herausgegeben wurde.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2002

Nicht "Annabelle" oder "Vogue hatte sich eine Frauenzeitschrift vor zweihundert Jahren genannt, sondern "Die Einsiedlerinn aus den Alpen" - ein Titel, den Rezensentin Beatrice Eichmann-Leutenegger schon etwas merkwürdig findet. Presseerzeugnisse wie diese standen in der Tradition der aufklärerischen Frauenzimmerjournale, erklärt die Rezensentin, sie verfolgten das Ziel, die Leserinnen auf der Basis einer tugendhaften Moral zu unterhalten und zu erziehen. Die Rezensentin hebt hervor, dass Marianne Ehrmann (1755-1795), Macherin der Zeitschrift "Die Einsiedlerinn aus den Alpen" als emanzipierte Frau in "provokativen Gegensatz zum Leitbild der Epoche" stand. In den 24 Monatsausgaben ihrer von Annette Zunzer aus Raumgründen in Ausschnitten neuedierten Zeitschrift findet die Rezensentin ein "breites Spektrum in lebhaften Stil" vor: Briefe "über die Erziehung der Fürstentöchter", Hinweise auf die neueste französische Mode sind ebenso anzutreffen wie Auslassungen "über die Geziemlichkeiten und nöthigen Tugenden des weiblichen Geschlechts" für die Töchterschule in Zürich. Die Rezensentin merkt an, dass Marianne Ehrmann ihre schriftstellerische Aktivität als belastend und gleichzeitig als erfüllend empfand, auch dass sie letztlich eine "Zerrissene zwischen den Forderungen des Berufs wie der Familie" blieb.

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