Anthony Doerr

Winklers Traum vom Wasser

Roman
Cover: Winklers Traum vom Wasser
C.H. Beck Verlag, München 2005
ISBN 9783406535475
Gebunden, 487 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Judith Schwaab. David Winkler wächst in Anchorage, Alaska, auf, ein stiller Junge mit einer Vorliebe für Schnee und die Schönheit der Eiskristalle. Manchmal kann er Ereignisse sehen, bevor sie eintreten werden - ein Mann mit einer Hutschachtel wird von einem Bus angefahren werden, er wird sich in eine Frau in einem Supermarkt verlieben. Als David davon träumt, dass seine neugeborene Tochter in einer Flut ums Leben kommt, während er versucht sie zu retten, flieht er panisch aus Cleveland, wo die Familie inzwischen lebt. Kann er so den Lauf der Dinge ändern?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.08.2016

Petra Pluwatsch erinnert an die Veröffentlichungsgeschichte von Doerrs Debütroman: Nur ein paar wohlwollende Rezensionen habe es gegeben, als das Werk 2005 zum ersten Mal in Deutschland erschien. Inzwischen hat Doerr für den Bestseller "Alles Licht, das wir nicht sehen" den Pulitzer-Preis erhalten, für die Rezensentin gehört er zu den großen US-Autoren. So erscheint "Winklers Traum vom Wasser" hierzulande erneut, und Pluwatsch traut dem Roman nun einen größeren Erfolg zu. Schließlich verrate schon dieses Debüt das Talent des Autors. Doerr erzähle so genau, dass es beinahe wehtue, schreibt Pluwatsch - wobei es ihrer Meinung nach trotzdem nicht geschadet hätte, ein paar Passagen zu streichen. Zwar sei das Buch weniger brillant als Doerrs Erfolgsroman, doch man erkenne die Lust am Spiel mit der Sprache, und so sei das Ergebnis ein interessantes Buch, das die Lektüre definitiv lohnt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.10.2005

Eine besondere Fähigkeit zeichne die Hauptfigur des Romans aus, berichtet eine nicht übermäßig beeindruckte Rezensentin Angela Schader. David Winkler träume Begebenheiten, bevor sie Realität würden. Wie ein Fluch bestimme diese "Hellsichtigkeit" das Leben Winklers, bis er schließlich interveniere und ein geträumtes Unglück in der Realität abwenden könne. Er rettet seine Tochter, die er Jahrzehnte nicht gesehen hat, vor dem Ertrinken. Der Autor, so die Rezensentin, sei "klug genug", mit solchen übernatürlichen Episoden sparsam umzugehen und sie als Höhepunkte eines ansonsten unspektakulären Lebens erscheinen zu lassen. Dennoch reichen sie der Rezensentin zufolge aus, dem Leser über "erzählerische Längen und Untiefen der Charakterzeichnung" hinwegzuhelfen. Nur gegen Ende des Romans seien die Menschen bei Doerr dann so "gut" und so "schlicht", dass die Rezensentin für ihr "Unbehagen" das Bild von "Zuckerwatte" zu Hilfe zieht.
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