Klappentext
Vito steht vorm Kondomregal und atmet durch, einundzwanzig, zweiundzwanzig, was passiert hier, dreiundzwanzig, fuck, jetzt nicht ersticken, sechsundzwanzig, siebenundzwanzig, an die grüne Wiese vom Windows-XP-Hintergrund denken, das tut gut, saftige, friedliche grüne Hügel und blauer Himmel, neunundzwanzig, dreißig, fuck, einfach dreißig, einfach erwachsen jetzt und trotzdem immer noch super einsam hier vorm fucking Kondomregal. Doch Vito weiß: Auch mit Panikattacken musst du funktionieren. Die Leute draußen denken sich, wieder einer mehr, wieder einer durchgeknallt, dabei hat er nur 'ne dolle Trennung hinter sich und noch weitere Leichen im Keller. Seine einzige Rettung: die Tagebücher seiner verstorbenen Mutter, die sich in einem ominösen Alukoffer befinden. Aber will er überhaupt gerettet werden?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 05.10.2024
"Ungeschönt ehrlich" findet Rezensentin Elke Schlinsog den Kreuzberg-Clown Vito, Held des ersten Romans von Anton Weil, der im Brotberuf eigentlich Schauspieler und Musiker ist. In einem langen Bewusstseinsstrom folgen wir Vito und vor allem seinem fortgesetzten Scheitern, Panikattacken und Neid auf Flirtende inklusive. Am wichtigsten sind aber Schlinsog zufolge die Passagen, die sich mit dem Krebstod der Mutter des Protagonisten auseinandersetzen. Mit "Sogwirkung" wird hier überzeugend über Einsamkeit und Schmerz geschrieben, resümiert die Kritiker.