Antonin Varenne

Die Treibjagd

Roman
Cover: Die Treibjagd
Penguin Verlag, München 2017
ISBN 9783328101567
Kartoniert, 304 Seiten, 10,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel. Zwei rivalisierende Familien kämpfen seit Generationen um die Herrschaft über ein gottverlassenes Nest im Massif Central. Die Courbiers und die Messenets führen ihre Provinzimperien mit harter Hand und unter rücksichtsloser Ausbeutung von Mensch und Natur. Rémi Parrot, der seit seiner Jugend entstellte Revierjäger, kämpft als einsamer Cowboy gegen die verkrusteten Clanstrukturen und um die Liebe der schönen Michèle Messenet. Als er einem Umweltskandal auf der Spur ist, beginnt eine mörderische Treibjagd durch düstere Wälder und unterirdische Tunnelsysteme.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2017

Kai Spanke lernt mit dem im Genre versierten Antonin Varenne den Wilden Westen Frankreichs kennen. Er liegt im Zentralmassiv und hat schon bessere Zeiten gesehen, aber es ist ziemlich viel los, berichtet er: Menschen verschwinden, andere sterben, Fabriken brennen, radioaktive Strahlungen tritt aus, Jäger werden zu Gejagten. Und das alles inmitten einer jahrzehntealten Familienfehde, bei der sich wie im Amerika des 19. Jahrhunderts die Dynastien der Rinderzüchter und der Farmer bekriegten. So ganz ernst nimmt der Rezensent die Figuren in diesem Westernkrimi nicht, dafür sind sie ihm zu allegorisch aufgeladen und psychologisch und unausgearbeitet. Aber die Dynamik der Personenkonstellation hat ihn beeindruckt. Wie bei einem Strategiespiel, meint der Rezensent, wirkt sich in "Treibjagd" die Stellung einer einzelnen Figur auf das gesamte Ensemble.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 31.07.2017

Sylvia Staude hat Freude an Antonin Varennes dunklem Krimi aus dem Massif Central. Wie sich dort Großgrundbesitzer, Ökos, Arbeiter und Jäger in aggressionsgeschwängerter Atmosphäre bekriegen und alte Feindschaften und neues Profitstreben aufflammen, vermag ihr der Autor plausibel zu machen. Sowohl die Erzählstruktur des Romans, die raffiniert vor und zurückspringt, als auch die Nähe zu Figuren und Landschaft sowie lebensnahe Dialoge geben der Lektüre laut Staude das nötige Fleisch. Auf die üblichen Krimi-Versatzstücke können Autor und Rezensentin da getrost verzichten.

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