Orhan Pamuk erzählt vom Goldenen Zeitalter einer kosmopolitischen Stadt, die es nicht mehr gibt, die jedoch in den einzigartigen Bildern von Ara Güler wieder auflebt. Kein anderer Fotograf hat das Alltagsleben, die kleinen Läden, die Handwerker, Fahrer, Verkäufer und Fischer mit solchem Realismus und einer solchen Liebe zum Detail abgelichtet. Auf der Suche nach der eigenen verlorenen Kindheit verbindet der Nobelpreisträger Pamuk genussvoll Gülers fabelhafte Schwarzweiß-Bilder aus den 50er und 70er Jahren mit den Erinnerungen seines berühmten Istanbulbuchs. Ein Prachtband, der die Sehnsucht nach einer verschwundenen Stadt feiert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.12.2018
Angela Schader findet Trost in der erweiterten Neuauflage von Orhan Pamuks 2003 erschienenen Kindheits- und Jugenderinnerungen, die der Nobelpreisträger mit der Geschichte Istanbuls zu verknüpfen weiß. Angesichts der politischen Lage in der Türkei scheinen ihr Pamuks melancholisch gestimmte Erkundungen der Schönheit seiner Heimatstadt wie Balsam. Das neue Format und die großzügigere Ausstattung des Bandes findet Schader angemessen, vor allem bei den Kupferstichen des alten Konstantinopel, aber auch bei den Fotos aus Pamuks Privatarchiv. Die melancholische Stimmung des "hüzün", die auch Pamuks Romane prägt, kommt laut Schader so viel besser zur Geltung.
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