Als der Jude Heinz Magnus während des Zweiten Weltkrieges vor den Nationalsozialisten von Hamburg nach Argentinien flieht, ahnt er nicht, wer ihm dort begegnen wird: Nazis. Nicht nur Juden und Jüdinnen suchen in Argentinien ihr Exil, sondern auch Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen, die dort die Ideologie Hitlers ungebrochen weiter verbreiten und ausleben. Trotz der allgegenwärtigen antisemitischen Haltung entwickelt sich eine faszinierende Gemeinschaft, in denen zwei verfeindete Gruppen aufeinanderprallen und doch friedlich nebeneinander koexistieren - bis heute. Ariel Magnus erzählt nicht nur die Einwanderungsgeschichte deutscher Juden und seiner Familie, sondern beleuchtet unter verschiedenen Aspekten das Zusammenleben von Nazis und Juden im Exil.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.09.2023
Dass Argentinien nicht nur Zufluchtsort deutscher Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg war, sondern auch vielen Juden Unterschlupf bot, wissen wenige, meint Rezensent Robert Probst, und eben deshalb betreibe das Buch von Ariel Magnus nun Aufklärungsarbeit. Es beginnt, lernen wir, mit dem deutsch-jüdischen Großvater des Autors, der nach dem Krieg in Argentinien auf unbelehrbare Nazis trifft. Der Ton des Sachbuchs ist laut Probst spöttisch-ironisch. Es gelinge Magnus vortrefflich, seine eigene Biografie mit der pointierten Darstellung des Nebeneinanders von Altnazis und Juden zu verknüpfen.
"Ein echtes Kunststück" ist dem Autor Ariel Magnus mit seinem Buch über die Beziehung zwischen Nazis und Juden in Argentinien nach 1945 gelungen, findet Rezensent Christoph Schröder. Dabei bezieht sich Magnus auf die Geschichte seines jüdischen Großvaters, der im Argentinien der 1940er Jahre waschechte Nazis als Nachbarn hatte, lesen wir, und versucht darüber hinaus ein allgemeines Bild von deutscher Geschichte in Argentinien zu zeichnen, angefangen im 16. Jahrhundert, wobei er sich auf die Schriften eines Nazis stützen muss, merkt Schröder an. Bei allem Ernst des Themas durchzieht ein feiner Humor dieses Buch, lobt der Kritiker, der den "rasanten und unterhaltsamen" Tonfall bewundert. Aber wenn's drauf ankommt, kann Magnus auch hart sein, versichert er.
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